07.01.2026

Barbi Marković erhält Helena-Adler-Preis für rebellische Literatur 2026

Barbi Marković erhält Helena-Adler-Preis für rebellische Literatur 2026

Helena-Adler-Preis für rebellische Literatur 2026:

Barbi Marković für „Stehlen, Schimpfen, Spielen“

Zum zweiten Mal – nach 2025 (Elke Laznia: „Fischgrätentage“) – wird der Helena-Adler-Preis für rebellische Literatur vergeben: in Erinnerung an die 2024 verstorbene Autorin zur Förderung österreichischer Gegenwartsliteratur für ein besonderes belletristisches Werk, das sich sprachlich, formal wie inhaltlich auflehnt, trotzt und widersetzt. And the prize goes 2026 to … Barbi Marković für ihr Buch „Stehlen, Schimpfen, Spielen“ (Rowohlt Verlag, 2025).
Die Verleihung findet am Sonntag, 15. März, um 11 Uhr im Literaturhaus Salzburg statt, die Laudatio hält Mia Eidlhuber.

Die Entscheidung der dreiköpfigen Fachjury – bestehend aus der Kulturredakteurin Mia Eidlhuber (Der Standard), aus der Literaturjournalistin Katja Gasser (ORF) und dem Buchhändler Klaus Seufer-Wasserthal (Rupertus Buchhandlung) – war einstimmig. Der mit 7.777 Euro dotierte Literaturpreis wurde 2024 vom Salzburger Literaturhaus-Leiter Tomas Friedmann ins Leben gerufen und wird jährlich getragen vom österreichischen Kulturministerium, von Stadt und Land Salzburg, der Gemeinde Oberndorf, von Literaturhaus Salzburg und privaten Spenden.

Jurybegründung:

„Stehlen, Schimpfen, Spielen“ – was wollen wir mehr? In Barbi Markovic‘ neuem Text, der für die Stefan Zweig-Poetikvorlesung an der Universität Salzburg entstanden ist, denkt die serbisch-österreichische Autorin nicht nur sehr lautstark über ihr Schreiben nach, sie lässt uns insgesamt an ihrer Lebens- und Arbeitspraxis teilhaben – und die lässt sich nicht viel anders als rebellisch beschreiben.

Wer liest bitte Poetikvorlesungen? So könnte man einwenden. Wir tun das, und mit dem allergrößten Vergnügen. Vor allem eine Poetikvorlesung, die keine sein will. Barbi Markovic, die mit ihrem Schreiben schon immer Grenzen auslotet, sprengt auch dieses Mal sämtliche Vorstellungen eines Genres und unterwirft sich als Autorin einem abenteuerlichen Countdown gegen die Zeit, entscheidet sich im Zweifel für das Scheitern und schwankt gekonnt in ihrer so genannten „Notfallpoetik“ zwischen Größenwahn und Schutzpessimismus.

Schreiben ist für sie „ein Machtakt der kleinen, in die Ecke gedrängten Seelen“. Dieser Moment schafft eine wesentliche Verbindung mit Helena Adler. Mehr noch: Beide schreiben sich, wenn auch stilistisch unterschiedlich, aus ihrer Herkunft heraus, ohne diesen Umstand je zu verleugnen. Genau daraus generieren sie eine ungeheure transformative literarische Kraft, die nicht vordergründig feministisch anmutet, sondern zutiefst selbstermächtigend agiert.

„Ich lüge, um die Wahrheit besser zu treffen“, bekennt sich Barbi Markovic. Ihr Buch „Stehlen, Schimpfen, Spielen“ ist ein höchst unterhaltsamer Regelbruch, ein für alle ermunternder Grenzgang, eine geglückte Stilübung in literarischer Wahrhaftigkeit.

Kurzbio:
Barbi Marković, geb. 1980 in Belgrad, lebt in Wien und schreibt Romane, Hörspiele, Theaterstücke etc. Bekannt wurde sie mit „Superheldinnen“ (2016); für „Minihorror“, eine Sammlung surreal-humorvoller Kurzgeschichten, erhielt sie den Preis der Leipziger Buchmesse 2024; ihr „Piksi-Buch“ wurde als Fußballbuch des Jahres 2025 ausgezeichnet.