Cornelius Hell

Nichts ist übersetzbar. Also kann man auch alles übersetzen

Do, 02.02.2023, 10.30 Uhr

Genre: Literaturfrühstück

Veranstalter: Literaturforum Leselampe

Eintritt: € 7/5

Jede(r) kann übersetzen. Und tut es jeden Tag: Gespräche zwischen Erwachsenen und Kindern, ÄrztInnen und PatientInnen oder die Berichterstattung über neue Ergebnisse von Wissenschaften – alles Übersetzungsversuche. Doch wem je ein Wort einer anderen Sprache oder eines Dialekts kostbar geworden ist, weiß: Die Räume der Erinnerung, die es eröffnet, hängen am Sound dieses Wortes, und darum ist es unübersetzbar. Aber wenn man versucht, diese Erfahrungen zu teilen, muss man irgendwie zu übersetzen versuchen; und man merkt, dass alles übersetzbar ist – zumindest, wenn man um seine Unübersetzbarkeit weiß.
 
Eine spezielle Herausforderung ist das Übersetzen von Literatur, vor allem von Lyrik. Übersetzen ist eine interpretierende Kunst, ähnlich der Arbeit von SchauspielerInnen und InstrumentalistInnen. Der wichtige Unterschied: Die Noten eines Musikstücks oder der Text eines Dramas haben keinen eigenen Klang, das Original der Übersetzung schon. Cornelius Hell zeigt, wie Bilder, Rhythmen und Klänge litauischer Prosa und Gedichte (vor allem von Tomas Venclova) im Deutschen in anderer Gestalt geschaffen werden können.