Maddalena Fingerle

Lingua madre/Muttersprache

Fr, 13.05.2022, 19.30 Uhr

Genre: Lesung & Gespräch (ital./dt.)

Veranstalter: Verein Literaturhaus, Società Dante Alighieri Salzburg

Eintritt: € 10/8/6

Kartenvorverkauf

Ein junger Mann macht sich zwischen Bozen und Berlin auf die Suche nach einer unversehrten Sprache und der Schönheit der Wörter. Die italienische Autorin Maddalena Fingerle thematisiert in ihrem Debütroman „Muttersprache“ (Folio Verlag, 2022) Theorie und Praxis der Mehrsprachigkeit in Südtirol sowie die gesellschaftsspaltende Wirkung historischer Lasten seit dem Ende des 1. Weltkriegs. Moderation: Giorgio Simonetto und Alma Zanardo.

Paolo Prescher ist besessen von Wörtern. Wörter haben für ihn Geruch, Farbe oder Klang. Paolo hasst dreckige Wörter, sie rauben ihm die Luft. Dreckig sind Wörter, die nicht sagen, was sie sagen sollen. Seine Mutter macht ihm die Wörter dreckig, auch seinem Vater, der Aphasiker ist. Paolo leidet unter der Heuchelei der Mutter und der Boshaftigkeit der Schwester. Er hasst seine ­Geburtsstadt Bozen mit ihrer behaupteten Zweisprachigkeit und ihren Oberflächlichkeiten. Auf der Suche nach einer unversehrten anderen Sprache flüchtet er nach Berlin und trifft dort auf Mira. Sie schafft es, seine Worte zu reinigen. Bis seine Obsession ihn wieder einholt.

Maddalena Fingerle, geboren 1993 in Bozen, lebt in München. Das Romanmanuskript „Lingua madre“ hat 2020 den renommierten Italo-Calvino-Preis für das beste unveröffentlichte italienische Debüt gewonnen; nach Erscheinen folgten zahlreiche Preise.