Lidija Dimkovska , Anja Golob , Margret Kreidl , Bertl Mütter , Dine Petrik , Elisabeth Reichart , Julian Schutting

Poesie-Nacht 2021

Mi, 02.06.2021, 19.30 Uhr

Genre: Lyrik & Musik

Veranstalter: Verein Literaturhaus mit freundlicher Unterstützung des slowenischen Informationszentrums SKICA

Eintritt: € 14/12/10

Alle Jahre zeigen in der Poesie-Nacht die Gedichte geistreich ihr Können, entfalten lustvoll ihre Kraft und beweisen sensibel, wie unterhaltend Lyrik sein kann! 2021 treten mehrere hervorragende Dichterinnen und Dichter, Übersetzer und Musiker live im Literaturhaus Salzburg auf!

Lidija Dimkovska – geboren in Nordmazedonien, lebt in Ljubljana – war 2012 „Writer in Residence“ in Salzburg. Die Schriftstellerin und Übersetzerin liest aus ihrem jüngsten Lyrikband „Schwarz auf weiß“ (Parasitenpresse, 2019, übersetzt von Alexander Sitzmann). Der Aufbruch in ihren Texten ist oft aus der Not geboren, dem Krieg. Die Nachfolgen sind noch überall zu spüren, auch bei Reisen bleibt die Herkunft, der Balkan präsent.

Das Konzertprojekt der Dichterin Anja Golob und des Komponisten und Pianisten Drago Ivanuša entstand im Sommer 2020, inspiriert vom jüngsten Lyrikband „da ne bo bo več prišla da ne bo da me žge …“ (Eigenverlag, 2019) und von der Freundschaft der beiden slowenischen Künstler. Der Komponist ließ sich von Golobs unverwechselbarer Art der Interpretation leiten, ihrem Sprachrhythmus, von der Musikalität ihres Ausdrucks.

Die österreichische Autorin Margret Kreidl – sie schreibt Lyrik, Prosa, Dramen und Hörspiele – stellt ihren neuen Gedichtband vor: „Schlüssel zum Offenen“ (Edition Korrespondenzen, 2021). Darin verwendet sie das G-E-D-I-C-H-T buchstäblich, als Codewort für ihre siebenzeiligen Gedichte. Mit dieser strengen Vorgabe macht sie die Möglichkeiten des lyrischen Sprechens sichtbar: freie Verse, Reime, Listen, Zeilensprung.

„Traktate des Windes: Klage, Getöse, Flucht“ (Bibliothek der Provinz, 2019) heißt der jüngste Gedichtband der österreichischen Autorin Dine Petrik. In den Texten scheint die Leichtigkeit des Seins aufgehoben: „Der Wind, der bald als zügellos zudringlicher Zephir angesprochen wird, bald als verdrossener Aeolus, erweist sich als kongenialer Schirmherr der Poesie, beweglich, flüchtig und spielerisch, elementar und machtvoll“, schreibt die Kritikerin Daniela Strigl im Nachwort.

Elisabeth Reichart ist bekannt als Autorin von Romanen, Erzählungen, Theaterstücken, Hörspielen und Kinderbüchern. In Ihrem zweiten Lyrikband „Mein Geliebter, der Wind“ (Otto Müller Verlag, 2019) entwirft sie eine Poetik der Elemente und Himmelsrichtungen, der gewaltigen – auch gewaltig schönen – Natur, der Liebe und ihres Verschwindens. Zurück bleibt eine Poesie der Gratwanderung zwischen trügerischer Leichtigkeit und dem Abgründigen.

Der neue Gedichtband „Winterreise“ (OMV, 2021) von Julian Schutting ist eine Begegnung mit der Romantik. Unschwer erkennbar ist die Verwandtschaft zur „Winterreise“ von Wilhelm Müller (1823/24), bekannt als Liederzyklus durch die Vertonung von Franz Schubert. Erbarmungslos lässt der Dichter seinen Wanderer voller Weltenttäuschung ziellos umherirren, das romantische Wandern endet im lächerlichen Schmerz einer tödlich verwundeten Seele.

Bertl Mütter ist bekannt als österreichischer Musiker und Komponist – und er ist auch Autor. Im Zentrum seiner musikalischen Arbeit steht das Solospiel, intensive Duoarbeit gibt es mit dem slowakischen Pianisten Miki Skuta, dem Drehleier-Spieler Matthias Loibner und dem Komponisten Christoph Cech. Immer wieder hat sich Mütter mit Literatur auseinandergesetzt, z.B. in Begegnungen mit H.C. Artmann, Ernst Jandl, Franzobel, Josef Haslinger und Gert Jonke.