Mercedes Spannagel

Das Palais muss brennen

Do, 26.11.2020, 19.30 Uhr

Genre: Lesung

Veranstalter: Literaturforum Leselampe

Eintritt: € 10/8/6

© Ingo Pertramer

Kartenreservierung

Wenn die Pose mehr zählt als das Handeln: In ihrem ersten Roman zeigt Mercedes Spannagel eine überzeichnete Welt, doch hinter der Übertreibung liegt ein gefährlich treffendes Bild der Gegenwart. Der Roman, witzig und scharfzüngig erzählt, trifft den Ton einer jungen Generation, die sich auflehnt - oder zumindest vorgibt, sich aufzulehnen.

Luise ist die Tochter einer rechtskonservativen österreichischen Bundespräsidentin. An der Hundewahl von Mutter und Tochter ist ihre politische Haltung ablesbar: Als sich die Mutter den neunten Windhund zulegt, taucht Luise mit einem Mops auf, den sie Marx tauft. Luise und ihre Schwester Yara bewegen sich in einer elitären Welt, in der die wenig ernst gemeinte politische Provokation so viel oder wenig bedeutet wie die Wahl der richtigen Markensonnenbrille. Mercedes Spannagel schreibt von einer Generation, die (scheinbar) alles kann und (vielleicht) nichts will; und beweist, „dass Literatur mehr kann als eine soziologische Studie. Sie erfindet sprachlich eine Welt, die realer ist, als wir sie uns vorstellen möchten.“ (Christa Gürtler, Die Furche)

Mercedes Spannagel, geb. 1995 in Wien, aufgewachsen in Salzburg, studiert Maschinenbau in Wien. Sie erhielt für ihre Texte diverse Preise, u.a. 2014 Exil-Jugendliteraturpreis Wien, Rauriser Förderungspreis 2017, 1. Platz FM4 Wortlaut 2018. Teilnahme an diversen Schreibwerkstätten, zudem zahlreiche Veröffentlichungen in Anthologien und Literaturzeitschriften, u.a. SALZ, Mosaik, LICHTUNGEN, Volltext, BELLA triste. Ihr erster Roman „Das Palais muss brennen“ (Kiepenheuer und Witsch, 2020) ist für den Debütpreis des Österreichischen Buchpreises nominiert.