Norbert Gstrein , Kathrin Röggla
Christian Metz

Das Unbehagen in der Fiktion. Literatur & Politik

Mi, 25.11.2020, 19.30 Uhr

Genre: Podiumsdiskussion

Veranstalter: Verein Literaturhaus, literaturhaus.net, Bundeszentrale für politische Bildung/bpb in Medienpartnerschaft mit dem Deutschlandfunk/DLF

Eintritt: € 10/8/6

Kartenvorverkauf

Moderation: Elmar Schüll

Gegenwärtig ist auf dem Buchmarkt ein wahrer Boom an nicht-fiktionalen Texten erkennbar. Was steckt hinter diesem Trend, der auch in Film und Fernsehen (z.B. Doku-Soap, Doku-Fiction) längst bemerkbar ist? Darüber diskutieren die beiden österreichischen Schriftsteller Kathrin Röggla und Norbert Gstrein sowie der deutsche Literaturwissenschafter Christian Metz. Moderation: Elmar Schüll von der Forschungsgruppe Innovation und Gesellschaft der FH Salzburg.

Literarische Texte, die auf realen Ereignissen beruhen, hat es immer gegeben. Doch seit einiger Zeit scheint es eine „neue Qualität der Wertschätzung für literarische Wirklichkeitserzählungen“ zu geben (DIE ZEIT, 2019). Dazu zählen Verarbeitungen historischer Stoffe ebenso wie Beispiele eines erzählerischen Journalismus in der Tradition von Tom Wolfe und eine Flut autobiografischer und autofiktionaler Geschichten, wie internationale Erfolge von Annie Ernaux, Karl Ove Knausgård oder Sheila Heti bezeugen. Auch in der deutschsprachigen Literatur hat sich die Nachfrage nach dem literarischen Faktischen etabliert. So wurde z.B. das autobiografische Werk „Herkunft“ von Saša Stanišic mit dem Deutschen Buchpreis 2019 ausgezeichnet.

Gibt es ein Unbehagen in der Fiktion? Sehnen sich Rezipienten nach dem „wahren Leben“? Verdrängt das „Narrativ“ die Wahrheit? Besiegen „Fake News“ die Fakten? Und wie verändert sich in diesem neuen „Realismus“ das Verhältnis von Literatur und Politik?