Juri Andruchowytsch

Die Lieblinge der Justiz

Di, 24.03.2020, 19.30 Uhr

Genre: Lesung & Gespräch

Veranstalter: Verein Literaturhaus

Eintritt: € 10/8/6

© R. Komorowski

Kartenvorverkauf

Juri Andruchowytsch ist eine der wichtigsten intellektuellen Stimmen der Ukraine. In seinem neuen Buch „Die Lieblinge der Justiz“ (Suhrkamp Verlag, 2020; Original: „Kochancii justiciji“, Übersetzung: Sabine Stöhr) entfaltet der Autor ein die Jahrhunderte umspannendes Panorama von Mord, Liebe und Verrat, von der Monstrosität des Verbrechens und der Justiz. Und doch ist nicht alles, wie es scheint ... Moderation: Maryia Donska.

Die Lieblinge der Justiz, das sind Verbrechen und Verbrecher, echte und vermeintliche: Bohdan Staschynskyj zum Beispiel, ein KGB-Agent und Auftragskiller, der den ukrainischen Nationalisten Stepan Bandera in seinem Münchner Exil ermordet, dann aber wegen der Liebe zu einer ostdeutschen Friseurin mit ihr in den Westen flieht und sich stellt. Oder Mario, der Kolonialwarenhändler aus Kolomea im östlichen Hinterland der k. und k. Monarchie: Er ist jung, erfolgreich, seiner Frau Maria in schöner, wilder Liebe zugetan – aber seine geheime Verabredung mit einem karpatischen Molfar-Zauberer wird sich als so fatal erweisen, dass ihm nicht einmal mehr Kaiser Franz Joseph daselbst zu helfen vermag.

Juri Andruchowytsch, geboren 1960 in Iwano-Frankiwsk/Westukraine, dem früheren galizischen Stanislau, wo er lebt. Er begann als Lyriker und schreibt Essays, Romane u.a. Zuletzt erschienen auf Deutsch der Band „Kleines Lexikon intimer Städte“ (Kurzgeschichten, 2016) und der Roman „Karpatenkarneval“ (2019). Sein Werk erscheint in 20 Sprachen und wurde mehrfach ausgezeichnet, zuletzt mit der Goethe-Medaille (2016).