Thomas Stangl

Die Geschichte des Körpers

Do, 20.02.2020, 19.30 Uhr / Stadt:Bibliothek Salzburg, Panoramabar

Genre: Lesung & Gespräch

Veranstalter: prolit, Stadt:Bibliothek Salzburg

Eintritt: frei; Anmeldung in der Stadt:Bibliothek, Tel. 0662 8072 2450, E-Mail: stadtbibliothek@stadt-salzburg.at

In Thomas Stangls Erzählband ist der Körper ein Archiv für Erinnerung und Sprache, Zentrum für Sehnsucht und Lust, Ort von Fremd- und Alleinsein: „Aus dem Körper entstehen die Erinnerungen, es entsteht die Verzögerung, das Begehren.“ Die Erzählungen eint die sinnliche Bildhaftigkeit, sie sind gleißend präzise, poetisch verdichtet und mitunter überaus humorvoll. Das Ungewisse und auch Groteske schwingen in surreal-fantastischen Begebenheiten mit: Eine Gruppe in einer Kleinstadt Gestrandeter wartet jeden Abend auf die Monster; ein Marquis kann Wirklichkeit und Traum nicht unterscheiden; ein Institut macht es sich scheinbar zur Aufgabe, Menschen an die Freiheit heranzuführen; ein Zivildiener erzählt von seiner Arbeit mit Demenzkranken; die „Stimme des Autors“ mischt sich ein und meldet sich in konzentrierten Prosaminiaturen zu Wort.

Wirklichkeitsverschiebungen und Perspektivwechsel führen uns irrlichternd durch einige Erzählungen. Und doch ist hinter den Traumwelten und labyrinthischen Korridoren der Raum des Politischen präsent: das Schicksal der Alten, Kranken und Geflüchteten, Überwachung und Kontrollmechanismen.

„Thomas Stangls neuer Band ist nicht hoch genug zu preisen. So besondere und außergewöhnliche Funken hat schon lange keine Autorin, kein Autor mehr aus der guten alten Gattung Erzählung geschlagen.“ (Cornelius Hell, ORF ex libris)

Thomas Stangl, 1966 in Wien geboren, studierte Philosophie sowie Hispanistik und lebt in Wien. Bereits sein erster Roman „Der einzige Ort“ brachte ihm den aspekte-Preis (2004) für das beste deutschsprachige Debüt ein. In den Folgejahren erhielt er für seine vielbeachteten Romane zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Erich-Fried-Preis (2011), den Wortmeldungen-Literaturpreis und den Schillerpreis (beide 2019).