Oksana Sabuschko

Der lange Abschied von der Angst

Di, 30.10.2018, 19.30 Uhr

Genre: Lesung & Gespräch (ukrainisch/deutsch)

Veranstalter: prolit in Kooperation mit dem Fachbereich Slawistik (Universität Sbg)

Eintritt: € 8/6

© Rostyslav Luzhetskyy

Etwas mehr als einen Monat nach dem Terror­anschlag im Bataclan am 13.11.2015 ist Oksana Sabuschko zu Gast in Paris. Die Erfahrung in der paralysierten Metropole lässt die ukrainische Autorin in ihrem klugen Essay über das Verarbeiten von Angst, hervorgerufen durch Krieg und Terror, reflektieren.

Das kulturelle Gedächtnis europäischer Staaten steht zunächst im Fokus des Essays. Wo liegen die Parallelen zwischen dem Einmarsch der Nationalsozialisten in Frankreich und der russischen Besatzung der Krim seit 2014? Ist die Ukraine ein failed state? Welchen Einfluss haben Politik und Medien auf unser Alltagsleben?

Bezugnehmend auf ihre „Feldstudien über ukrainischen Sex“ geht Sabuschko in einem weiteren Schritt der Frage nach, inwieweit Sex eine Metapher für soziale und kulturelle Konstellationen darstellen kann.

Übersetzung: Maryia Donska (Fachbereich Slawistik)

Oksana Sabuschko, eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen der heutigen Ukraine, wurde 1960 geboren und lebt in Kiew. Sie publizierte Lyrikbände, Erzählungen und politisch-philosophische Studien sowie Romane, u.a. „Feldstudien über ukrainischen Sex“ (dt. 2006) und „Museum der vergessenen Geheimnisse“ (2009). Mit ihren Essays in „Planet Wermut“ (2012) nimmt Sabuschko von einem kritisch feministischen, postkolonialistischen Standpunkt Stellung zu Politik und Geschichte ihres Landes. „Der lange Abschied von der Angst“ ist in der Übersetzung von Alexander Sitzmann im Verlag Droschl erschienen.