Henry Keazor

Hitchcock und die Künste

Do, 13.09.2018, 19.30 Uhr

Genre: Eröffnung mit Gespräch

Veranstalter: Verein Literaturhaus

Eintritt: frei

Alfred Hitchcock

Bei der Vernissage der Ausstellung „Hitchcock. Vom Buch zum Film“ spricht der Salzburger Filmkritiker Helmut Hollerweger mit dem deutschen Kunstgeschichte-Professor Henry Keazor, der u.a. zu Architektur, Kunst, Medien und Musik publiziert und Herausgeber des Bandes „Hitchcock und die Künste“ (2013) ist. Anschließend wird der Dokumentarfilm „Hitchcock/Truffaut“ (2015, 80 Min.) von Kent Jones gezeigt, in dem neben den beiden Regisseuren berühmte Filmemacher wie Peter Bogdanovich, Kiyoshi Kurosawa und Martin Scorsese zu Wort kommen und der auf Interviews des Filmkritikers Truffaut mit Hitchcock basiert, gesammelt im Buch „Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?“ („Le Cinéma selon Hitchcock“, 1966).

Alfred Hitchcock hat Kinogeschichte erlebt, geprägt und geschrieben. Er war erfolgreicher Künstler mit Marketingtalent und Ironie, wie seine Cameo-Auftritte zeigen. Und der Regisseur und Autor hat die disziplin­übergreifenden Verbindungen von Fotografie, Literatur, Malerei und Musik für seine Filme meisterhaft eingesetzt und weiterentwickelt. Der französische Filmemacher, Hitchcock-Fan und Freund Francois Truffaut schrieb 1966: „Wenn man (...) die Vorstellung akzeptiert, daß das Kino der Literatur ebenbürtig sei, so muß man Hitchcock den Künstlern der Angst, wie Kafka, Dostojewski und Poe zuordnen – doch warum überhaupt zuordnen? Diese Künstler der Angst bieten uns natürlich keine Lebenshilfe, zu leben erscheint ihnen schwer genug, aber ihre Mission ist, uns an ihren Ängsten teilnehmen zu lassen. Dadurch helfen sie uns, seis vielleicht auch unbeabsichtigt, uns besser zu verstehen, ein grundlegendes Ziel jedes Kunstwerks.“

Alfred Hitchcock, geboren am 13. August 1899 in Leytonstone/England, gestorben am 29. April 1980 in Los Angeles/USA als britisch-amerikanischer Doppelstaatsbürger. Er gilt als einer der einflussreichsten Filmregisseure im Genre Thriller und etablierte Begriffe wie „Suspense“ und „MacGuffin“. Außerdem war er Drehbuchautor, Filmproduzent und Filmeditor. Sein Gesamtwerk umfasst 53 Spielfilme, für die er vielfach ausgezeichnet wurde, 1941 erhielt er für „Rebecca“ den Oscar für den besten Film. Von 1955 bis 1965 produzierte er eine wöchentliche TV-Serie und gab seinen Namen für ein Krimi-Magazin her sowie für Bücher wie die Jugend-Krimi-Reihe „The Three Investigators“, die in den USA von 1964 bis 1987 erschien, auf Deutsch seit 1968 als „Die drei ???“ bekannt.