Anja Kampmann

Arbeit, Heimat, Fremde

Do, 14.06.2018, 19.30 Uhr / Europa der Muttersprachen

Genre: Lesung & Gespräch mit Sigrid Löffler

Veranstalter: Verein Literaturhaus mit Unterstützung der Arbeiterkammer Salzburg

Eintritt: € 8/6/4

© Juliane Heinrich

„Ist uns je erzählt worden, was für ein Leben die Arbeiter führen, die heute auf den Bohrinseln im Meeresboden nach Erdöl und Erdgas bohren?“, fragt die Literaturkritikerin Sigrid Löffler in ihrer Rezension des Debütromans „Wie hoch die Wasser steigen“ (Hanser Verlag, 2018). Und sie fährt begeistert über das Buch von Anja Kampmann fort: „Sie hat in der Gestalt der Bohrarbeiter ein verstörendes Inbild für die existenzielle Bodenlosigkeit und Entfremdung der globalisierten Arbeitswelt von heute gefunden.“ Mit der deutschen Autorin spricht Sigrid Löffler über ihr Werk – sowie über Themen wie Arbeit und Heimat.

Wenzel Groszak, Ölbohrarbeiter auf einer Plattform mitten im Meer, verliert in einer stürmischen Nacht seinen einzigen Freund. Nach dessen Tod reist Wenzel nach Ungarn, bringt dessen Sachen zur Familie. Und jetzt? Soll er zurück auf eine Plattform? Vor der westafrikanischen Küste wird er seine Arbeitskleider wegwerfen, wird über Malta und Italien aufbrechen nach Norden, in ein erloschenes Ruhrgebiet, seine frühere Heimat. Und je näher er seiner großen Liebe Milena kommt, desto offener scheint ihm, ob er noch zurückfinden kann. Anja Kampmanns überraschender Roman erzählt von der Rückkehr aus der Fremde, vom Versuch, aus einer bodenlosen Arbeitswelt wieder ins eigene Leben zu finden.

Anja Kampmann, geboren 1983 in Hamburg, lebt als Schriftstellerin in Leipzig, wo sie am Deutschen Literaturinstitut studierte. Sie arbeitet immer wieder an der Schnittstelle Literatur-Musik-Bildende Kunst. Für ihre Gedichte und ihre Prosa wurde sie mehrfach ausgezeichnet.