Norbert Niemann

Erschütterungen. Literatur und Globalisierung unter dem Diktat von Markt und Macht

Mi, 13.06.2018, 19.30 Uhr

Genre: Forum Literaturwissenschaft

Veranstalter: Literaturforum Leselampe, Fachbereich Germanistik

Eintritt: € 8/6/4

© Judith Bader

In seinem neuen Buch geht der Autor Norbert Niemann den Strukturen unserer heutigen Gesellschaft auf den Grund und zeigt, wie Literatur es möglich macht, eine Welt, die vielfach kaum noch überschaubar scheint, besser fassen zu können. Gerade der Literatur sei es möglich, eine Erzählweise zu finden, die „in der Lage ist, Welt zu erfassen, statt sie nur abzubilden, indem sie eine Sprache dafür findet“.

In seinem Buch vereint Norbert Niemann scharfsinnige Überlegungen zu Texten von Kolleg*innen im In- und Ausland, Bücher von Teju Cole, Alissa Ganijewa, Serhij Zhadan, Kathrin Röggla u.a. werden erörtert. Norbert Niemann stellt sich dabei die Frage, wie Literatur

Gesellschaften spiegeln kann, die von der Globalisierung und politischen, sozialen Erschütterungen bestimmt sind. In seiner Analyse wird zugleich klar, wie sehr die Literatur selbst einer Marktideologie unterworfen ist: Literaturbetrieb und Buchmarkt beeinflussen die literarische Produktion. Wie werden die Machtstrukturen unserer globalisierten Welt Thema in der Literatur? Und kann sich die Literatur der herrschenden Marktwirtschaft entziehen?

Moderation:Werner Michler, Fachbereich Germanistik

Norbert Niemann, geb. 1961 in Landau an der Isar, lebt als freier Schriftsteller am Chiemsee und in München. Zuletzt erschienen die Romane „Willkommen neue Träume“ (2008) und „Die Einzigen“ (2014). 1997 mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet, erhielt er u.a. 2015 den Carl-Amery-Preis und das New-York-Stipendium des Deutschen Literaturfonds.