Daniel Ehrmann: Stifter als Stiftsschüler

Do, 01.12.2016, 10.30 Uhr

Genre: Literaturfrühstück

Veranstalter: Literaturforum Leselampe

Eintritt: € 6 / 4

1818 trat der im südböhmischen Oberplan geborene Adalbert Stifter in das Stiftsgymnasium Kremsmünster ein. Als er es 1826 verließ, war aus dem Provinz-Buben ein anderer geworden: ein Dichter. Immerhin genoss der vorzügliche Schüler dort „die Aufmerksamkeit trefflicher Lehrer, lernte alte und neue Dichter kennen und hörte zum ersten Male den Satz: das Schöne sei nichts anderes als das Göttliche im Kleide des Reizes dargestellt“. Ein Satz, der seine spätere Poetik nachhaltig prägen sollte.
Die sechs Jahre in Kremsmünster waren von großer Bedeutung für den erst spät als Dichter öffentlich in Erscheinung getretenen Stifter.

Im Gymnasium eignet er sich Wissen an, das in späteren Werken wiederkehrt, und unternimmt erste dichterische Versuche. Gerade weil die biographische Quellenlage für Stifters Studienjahre aber denkbar schlecht ist, lohnt ein Blick auf die schulische Situation seiner Zeit. Denn als er sich erstmals an der Dichtkunst versucht, nimmt die Schule eine zentrale Stellung ein, sie reglementiert selbst noch die Freizeit der Stiftsschüler, und so findet sich das pädagogische System in Stifters späteren Werken wieder. Wie Pädagogik zu Poetik wurde, so wird umgekehrt bald auch Poetik zu Pädagogik.

Beim Literaturfrühstück – wie immer bei Kaffee und Gebäck, so lange der Vorrat reicht – wird der Salzburger Literaturwissenschaftler Daniel Ehrmann Einblicke in die frühen Jahre Adalbert Stifters geben und dem Verhältnis von Poetik und Pädagogik in seinem Werk nachgehen.