Alissa Ganijewa

Eine Liebe im Kaukasus

Do, 15.09.2016, 19.30 Uhr / Galerie Untersberger-Kerschbaumer, Wolf-Dietrich-Straße 4a

Genre: Lesung & Gespräch (russisch/deutsch)

Veranstalter: prolit in Kooperation mit dem Fachbereich Slawistik der Universität Salzburg

Eintritt: € 8 / 6 / 4

Übersetzung und Moderation: Peter Deutschmann (Fachbereich Slawistik)

Baumloses Flachland, salzige Böden, ein Niemandsland nahe am Kaspischen Meer. Eine namenlose Ortschaft in Dagestan, gegründet im Zuge sowjetischer Zwangsumsiedlungen. Das ist der Schauplatz von Alissa Ganijewas neuem Roman, der eine Gesellschaft zeichnet, die aufgerieben wird zwischen dem Fortwirken traditioneller Strukturen und dem rasanten Einbruch postsowjetischer, globalisierter Lebensformen.

Marat und Patja werden von ihren Eltern von Moskau in ihr Heimatdorf in Dagestan zurückgeholt, um verheiratet zu werden. Für beide stehen Hochzeitskandidaten bereit, von den Eltern ausgesucht. Die Präsentation der Kandidaten führt quer durch alle Milieus. Während des grotesken Vorstellungsmarathons kreuzen sich Patjas und Marats Wege, sie verlieben sich ineinander, mit unabsehbaren Folgen.

Alissa Ganijewa erzählt diese Geschichte auf so skurrile wie rebellische Weise und zeichnet dabei Bilder einer Gesellschaft, die zwischen Korruption, Terrorgefahr, Archaik und Moderne aufgerieben wird.

 

Alissa Ganijewa, 1985 geboren, wuchs in Machatschkala (Dagestan) auf und lebt seit 2003 in Moskau. Sie gilt als eine der wichtigsten Stimmen einer neuen russischen Schriftstellergeneration. Ihr erster Roman „Die russische Mauer“ (2014) wurde mehrfach übersetzt. „Eine Liebe im Kaukasus“ (übersetzt von Christiana Körner und erschienen im Suhrkamp Verlag) stand auf der Shortlist zum russischen Booker-Preis.