Christoph Wilhelm Aigner , Martin Amanshauser , Gerhard Amanshauser
Günther Eisenhuber, Hans Höller

Gerhard Amanshauser: Es wäre schön, kein Schriftsteller zu sein

Mi, 09.01.2013, 19 Uhr

Genre: Hommage zum 85. Geburtstag

Veranstalter: Verein Literaturhaus

Eintritt: € 8/6/4

Von Gerhard Amanshauser erschienen zeitlebens rund zwei Dutzend Bücher, darunter das „Terrassenbuch“ (1973), das „Mansardenbuch“ (1999) und die Autobiographie seiner Jugend „Als Barbar im Prater“ (2001). Zu Lesungen des selbst gewählten „Außenseiters“ im Literaturbetrieb kam immer viel Publikum, u.a. schätzten der Germanist Wendelin Schmidt-Dengler sowie der Schriftsteller und Kritiker Karl-Markus Gauß seine Bücher. Nun wäre Gerhard Amanshauser am 2. Jänner dieses Jahres 85 Jahre alt geworden, Grund genug für eine Hommage an den Dichter und Denker!

Günther Eisenhuber wird die postum erschienenen Tagebücher „Es wäre schön, kein Schriftsteller zu sein” (Residenz Verlag, Herbst 2012) vorstellen und im Gespräch mit Martin Amanshauser (Autor und Sohn von Gerhard Amanshauser), C.W. Aigner (Autor und Übersetzer) und Hans Höller (Germanist und Publizist) Person und Werk nachspüren. Peter Arp liest aus den Tagebüchern.

Daniel Kehlmann: „Wenn man in diesen Aufzeichnungen gelesen hat, so hat man nicht nur einen bedeutenden und viel zu unbekannten Schriftsteller – nein, es ist einem, als hätte man die Welt selbst als etwas Reiches und Vielfältiges wiederentdeckt.“

Gerhard Amanshauser, geboren am 2. Jänner 1928 in Salzburg, gestorben am 2. September 2006 ebenda. „Ich war ein Meister im Staunen und eine Null im Glauben“, schrieb er einmal über sich selbst. In dieser Haltung, gleichermaßen offen und radikal skeptisch, richtete er sich über Jahrzehnte auf seinem Beobachtungsposten ein, einem Haus am Hang des Salzburger Festungsbergs, zurückgezogen, aber nicht isoliert, abgekehrt, aber alles andere als gleichgültig. Mit Scharfsinn und Schärfe, verspielt in seinem Witz und kompromisslos in seiner Ernsthaftigkeit, bezeugte er seine Haltung – gegen allen Dogmatismus, gegen Banalität und Größenwahn. Davon spricht jedes seiner Bücher, aber ganz besonders der Band mit den bisher unveröffentlichten Tagebücher, die jetzt endlich in einer Auswahl vorliegen. Betrachtungen und Selbstbetrachtungen, wach, gereizt, brillant, höhnisch, verträumt und schonungslos.