liteRADtour

Die 24. liteRADtour findet in Kooperation mit dem Stadt:Werk-Fest ausnahmsweise am Freitag, 30. September 2016, statt (Treffpunkt um 14 Uhr vor dem Literaturhaus Salzburg) – eine zweistündige Krimitour mit dem Salzburger Autor Manfred Baumann.

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Wieviel Literatur braucht eine Stadt? Und wieviel Platz bekommen Radfahrer und Radfahrerinnen? Das im Gefolge des Wirtschaftswunders verstoßene Fahrrad hat seinen Platz auf unseren Straßen im Triumphzug zurückerobert. Jetzt gilt es der Literatur eine größere Öffentlichkeit zu verschaffen."

So schrieb der damals neue Literaturhaus-Leiter Tomas Friedmann anlässlich der 1. liteRADtour, die er für 19.9.1993 ansetzte. Der Erfolg gab ihm recht, zahlreiche Literaturfans kamen per Rad, um mehr über Salzburger Autoren und deren Geschichten zu "erfahren", Reiseführer schrieben eifrig mit, die Idee wurde kopiert ...

Seit 1993 radeln und spazieren jedes Jahr an einem Sonntag im September Neugierige auf den Spuren von Georg Trakl, Thomas Bernhard, Stefan Zweig, H.C. Artmann, Peter Handke, Gerhard Amanshauser u.v.a. – geführt von Experten wie Hans Weichselbaum, Gert Kerschbaumer, Manfred Mittermayer, Matthias Part, Brita Steinwendtner, Hildemar Holl etc.

Treffpunkt ist stets um 14 Uhr vor dem Literaturhaus, die kundigen Führer stellen ihre Touren vor, die Leute entscheiden sich – und schon gehts los kreuz und quer durch die Stadt zwischen Mönchsberg (Brecht, Handke) und Kapuzinerberg (Zweig) zum Residenzplatz (Bücherverbrennung) oder Richtung Scherzhauserfeld-Siedlung (Bernhard) oder Leopoldskron (Reinhard) oder zum Waagplatz (Trakl) oder gen Untersberg (Handke, Artmann, Aichinger). Um 17 Uhr trifft man sich dann meist zu einer kleinen Jause bzw. einem Umtrunk im Literaturhaus-Café.
 

10. liteRADtour

20. liteRADtour


Inzwischen gab es auch schon eine Tour für Kinder, eine Wanderung in Henndorf (Zuckmayer) und einen Spaziergang durchs "Jüdische Andräviertel" (Salzburger Stadtteil) – von Stolperstein zu Stolperstein bis in die Synagoge zum 100-jährigen Präsidenten der Jüdischen Kultusgemeinde Marko Feingold.

2001 wurde in der Edition Eizenbergerhof – herausgegeben von Peter Fuschelberger, Petra Nagenkögel und Tomas Friedmann – der umfangreiche Band "salzburger literatouren. literarische wege durch stadt und land salzburg" veröffentlicht, der zahlreiche Spaziergänge mit und ohne Fahrrad auf den Spuren von Dichtern und deren Geschichten sowie Artikel zur Literatur Salzburgs versammelt. Das Buch ist vergriffen.
 

-> Rezension / Die Welt

-> Rezension / LiteraturhausWien

 

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* Thomas Bernhard wohnte in Traunstein. Er nahm sich das Rad seines Vormundes, der an der Front kämpfte, und wollte damit ohne Erlaubnis zu seiner Tante Fanny nach Salzburg fahren – doch 13 km vor dem Ziel stürzte er, die Kette des Rades riß. Er schob das Rad bis zu einem Gasthaus, wo er etwas aß und trank. Zwei Burschen, die sich auch im Gasthaus aufhielten, brachten ihn dann um 3 Uhr früh nach Hause. (nachzulesen in "Ein Kind", 1982)