Esther Kinsky

Hain

Di, 05.06.2018, 19.30 Uhr

Genre: Lesung und Gespräch

Veranstalter: prolit, Società Dante Alighieri

Eintritt: € 8/6/4

© Tobias Bohm

„Das Licht hinter Bologna, die kindheitserinnerten Ausblicke (…) spendeten einen seltsamen Trost, als könnte die Welt so unverfänglich und nebensäch­lich, so unverwandt mit allem Schmerz bleiben wie diese helle Landschaft, die draußen vorüberglitt, die mir in meiner tiefen und durch keinen Schlaf zu lindernden Müdigkeit weismachen wollte, nur sie sei es, die sich bewegte, während ich immer am selben Ort blieb, und eine Zeitlang glaubte ich ihr.“

Drei Reisen unternimmt die Ich-Erzählerin in Esther Kinskys – soeben mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichneten – „Geländeroman“. Sie führen nach Italien, in abseitige Landstriche und Gegenden. Und sie beschreiben Aufbrüche in die weiten Räume des Erinnerns und des Gedenkens. Wie bruchstückhafte Filmsequenzen tauchen Erinnerungen an frühere Fahrten durch das Italien der siebziger Jahre auf.

Die Streifzüge und Wanderungen der Ich-Erzählerin sind italienische Reisen eigener Art. Sie sind Erkundungen des äußeren Terrains, von Licht und Farbstimmungen einer Umgebung, von der Unmittelbarkeit des Beobachtens. Zugleich führen sie ins Innere, in einen den Roman durchziehenden Prozess des Trauerns um einen geliebten Menschen, aber auch in die Schönheit des intensiv gelebten Moments.

Esther Kinsky, geboren 1956, ist Autorin und ­Übersetzerin aus dem Russischen, Polnischen und Englischen. Sie publizierte Kinderbücher, drei Gedichtbände und einige Prosabände, u.a. den Roman „Am Fluss“, für den sie vielfach ausgezeichnet wurde, sowie „Karadag Oktober 13“.  „Hain. Geländeroman“ ist im Suhrkamp Verlag erschienen.