Arthur Schnitzler
Konstanze Friedl

Arthur Schnitzler

Di, 04.12.2001, 19 Uhr

Genre: Im Porträt (Feature/ Gespräch/ Film)

Veranstalter: Verein Literaturhaus

Eintritt: 80,-/ 50,-

Im Februar 1993 startete die ORF-Journalistin Silvana Schiller mit einem Abend über Marquis de Sade die „Reihe Außenseiter“, die der Verein Literaturhaus gemeinsam mit dem ORF/Hörspiel & Feature veranstaltete (seit Anfang 2000 mit dem Titel „Im Porträt“). Acht Jahre und über 50 Veranstaltungen später endet die monatliche Reihe. Die letzte Veranstaltung ist dem österreichischen Schriftsteller Arthur Schnitzler gewidmet, der vor 70 Jahren in Wien starb. Kaum einer beherrscht das literarische Spiel mit Melancholie und Lebensgier so meisterhaft wie Arthur Schnitzler. Jedes Erlebnis seiner Figuren, die mit leichter, aber müder Schwermut kokettieren, bleibt im Unverbindlichen; Bewußtheit und Selbstbeobachtung werden zur entblößten seelischen Analyse. Seine detailliert und liebevoll gezeichneten Frauenfiguren – nur auf den ersten Blick die „süß’n Mädln“ – spiegeln meist ein fremdbestimmtes Leben voller Entbehrungen wider. In einem Gespräch mit der Germanistin Konstanze Friedl stehen ab 19 Uhr Schnitzlers literarische Frauengestalten im Mittelpunkt. Um ca. 20 Uhr wird der Film „Der Weg ins Freie“ (D/Ö, 180 Minuten) von Karin Brandauer nach dem gleichnamigen Roman gezeigt. Arthur Schnitzler, geboren am 15. Mai 1862 in Wien, gestorben am 2. Oktober 1931 ebenda. Wird zunächst Arzt, ehe er sich für ein Leben als Schriftsteller (Prosa, Drama) entscheidet. Neben Hugo von Hofmannsthal wichtigster österreichischer Autor der Jahrhundertwende. Sein Werk ist von Sigmund Freuds Psychoanalyse beeinflußt, der Schnitzler als „psychologischen Tiefenforscher“ bezeichnete. Werke: „Anatol“ (1893), „Liebelei“ (1896), „Reigen“ (1900), „Der einsame Weg“ (1904), „Das weite Land“ (1911), „Professor Bernhardi“ (1912), „Fräulein Else“ (1924) u.a. „Ich meine, ich habe Sie gemieden aus einer Art von Doppelgängerscheu … Ihr Determinismus wie Ihre Skepsis – was die Leute Pessimismus heißen –, Ihr Ergriffensein von den Wahrheiten des Unbewußten, von der Triebnatur des Menschen, Ihre Zersetzung der kulturell-konventionellen Sicherheiten, das Haften Ihrer Gedanken an der Polarität von Lieben und Sterben, das alles berührte mich mit einer unheimlichen Vertrautheit.“ Sigmund Freud im Brief vom 14.5. 1922 an Arthur Schnitzler