Tomer Gardi

broken german

Mo, 21.11.2016, 19.30 Uhr / Galerie Untersberger-Kerschbaumer, Wolf-Dietrich-Straße 4a

Genre: Lesung & Gespräch

Veranstalter: prolit

Eintritt: freiwillige Spende

Einführung: Angelika Klammer

Ein übermütiger, rasanter Großstadtroman, skurrile Szenerien und Szenen, immer wieder zusammenlaufend in der „Bar zum Roten Faden“, Treffpunkt des Protagonisten Radili und seiner Freunde Amadou, Fikert, Anuan, Abayomi und Jamal.

So vielfach gebrochen die Geschichten, Phantasien und Einfälle in diesem Buch sind, so gebrochen ist auch seine Sprache, die Sprache all seiner migrantischen Figuren, die wie der Erzähler in die Geschichte hineingeworfen und von ihr wieder verworfen werden. „Realismus schreiben nur Menschen mit einem festem Wohnsitz und einer Aufenthaltserlaubnis“, meint der israelische Autor und entwickelt in „broken german“ ein anspielungsreiches, vergnügliches Plädoyer für einen vielfältigen Sprachgebrauch, für Regelübertretung, für die Überschreitung der Norm.

Der Roman unterwandert die deutsche Grammatik und unterwandert damit nicht nur die gesellschaftlichen Übereinkünfte, die hinter jeder sprachlichen Normierung stehen, sondern er legt vielmehr auch die vielfachen Brüche frei, die das gegenwärtige Europa bestimmen.

Tomer Gardi, geboren 1974 im Kibbuz Dan in Galiläa, studierte Literatur und Erziehungswissenschaften in Tel Aviv und Berlin. Er war Herausgeber der Zeitschrift „Sedek: A Journal on the Ongoing Nakba“, ein Projekt der israelisch-jüdischen Initiative Zochrot, die die Erinnerung an die Vertreibung der Palästinenser im öffentlichen Diskurs verankern will. Tomer Gardis literarischer Essay „Stein, Papier“ erschien 2013 auf Deutsch. „broken german“ ist im Verlag Droschl erschienen.