Freitag,
23.05.97
20:00

Wiener Blut

Eintritt 80,-/ 50,-

Friedrich Schlögl

Veranstalter: Literaturhaus

Wiener Blut

Veranstalter: Literaturhaus

Als im Jahre 1873 Friedrich Schlögls Buch „Wiener Blut“ – die erste Sammlung seiner Wiener Skizzen – erschien, war sie sofort in aller Munde. Den gleichnamigen Walzer komponierte Johann Strauß (Sohn) erst später, gleichsam als musikalisches Echo auf den literarischen Erfolg. Heute kennen alle den Komponisten und seinen Walzer. Wer aber kennt den Autor und seine Texte? Karlheinz Roßbacher und Ulrike Tanzer (Universität Salzburg) erinnern in ihrem Band „Wiener Blut und Wiener Luft“ (Residenz Verlag, 1997) an den vergessenen Schriftsteller. Der bekannte Schauspieler Georg Schuchter bringt nach dem Vortrag von Karlheinz Roßbacher Kostproben seiner Skizzen, erschienen in der „Österreichischen Bibliothek“, die der Verleger Jochen Jung vorstellt. Nicht mit den Augen eines Adabei-Journalisten, sondern als bürgerlicher Flaneur beobachtete und kritisierte Friedrich Schlögl das Alltagsleben seiner Zeitgenossen. Dabei machte er vor keiner sozialen Schicht halt: Die neureichen Bürger finden wir in seinen Feuilletons ebenso wie sonderbare Käuze und den berüchtigten Wiener Hausmeister. Friedrich Schlögl, geboren am 7. Dezember 1821 in Wien, gestorben am 7. Oktober 1892 ebendort, war in den Jahren nach 1848 der literarisch-publizistische Soziograph, Psychograph und Alltagshistoriker Wiens. Zuerst schreibender Beamter, dann Journalist und schließlich Schriftsteller, veröffentlichte er als Pensionist die erfolgreichen Bücher „Wiener Blut“ (1873), „Wiener Luft“ (1875) und „Wienerisches“ (1883). Georg Schuchter, geboren in Salzburg, studierte am Mozarteum Klavier, Chorleitung und Schauspiel; Engagements am Burgtheater und am Berliner Schillertheater, seit 1988 freischaffender Schauspieler und Regisseur an renommierten Bühnen Europas; Mitwirkung bei den Salzburger Festspielen, am Schauspielhaus Zürich sowie in Fernseh- und Kinofilmen.