Montag,
03.12.12
18:30

Straßenzeitung Apropos: So viele Wege

Eintritt frei

Veranstalter: Straßenzeitung Apropos

Straßenzeitung Apropos: So viele Wege

Veranstalter: Straßenzeitung Apropos

Im Dezember 1997 war es soweit: Die erste Ausgabe der Salzburger Straßenzeitung erschien – und mit ihr hatte Armut auf einmal ein Gesicht. Seitdem ist viel geschehen: 178 Ausgaben, einen Kalender, zwei Kochbücher und zwei Lesebücher später feiert Apropos sein 15-jähriges Bestehen mit der Präsentation seines dritten Lesebuches „So viele Wege“ und mit musikalischer Begleitung. „Es geht immer weiter. Das habe ich im Leben gelernt. Ein Schritt nach dem anderen. Nur keinen Stress, sonst brichst du dir die Haxn! Ich spreche da aus Erfahrung“, schreibt Sonja in ihrem Text „Galopp“. Es geht immer weiter. Diese Erfahrung haben alle der 30 Autorinnen und Autoren gemacht, die bei diesem Buch mitgeschrieben haben. Hinfallen, aufstehen, weitergehen. Nur nicht liegen bleiben. So wie Andrea, die einige Jahre in einer kleinen Höhle auf dem Kapuzinerberg wohnte und sich im Winter mit teuren Pelzmänteln aus der Kleiderkammer einer Sozialeinrichtung zudeckte, um nicht zu erfrieren. Oder Christoph, der oft genug am eigenen Leib erfahren hat, wie wenig genügt, um uns komplett aus der Fassung zu bringen und aus der Bahn zu werfen. Oder Jürgen, dessen Leben, seit er denken kann, „wie ein aufgerolltes Wollknäuel läuft“. Sie alle sind Stehaufmännchen, schmeißen sich immer wieder mit Kampfgeist, Mut und manchmal auch einer ordentlichen Portion Zorn zurück ins Leben. Leise und melancholisch hingegen die Töne der migrantischen Schreiberinnen und Schreiber: Von der Suche nach einem besseren Leben ist da oft die Rede, von der Zerrissenheit zwischen alter und neuer Heimat, der Dankbarkeit, der Hoffnung und der Erkenntnis: „Jede Wegstrecke hat einen Anfang – aber auch ein Ende.“