Montag,
13.03.00
20:00

Morgen, vielleicht

Eintritt öS 80.-/ 50.-

Marlen Schachinger

Veranstalter: erostepost

Morgen, vielleicht

Veranstalter: erostepost

Der Roman morgen, vielleicht erzählt die Geschichte eines Endpunktes und den Versuch eines Neubeginns: Eine gescheiterte Ehe, keine Berufsausbildung, zwei kleine Kinder, – dennoch wagt Magdalena, die unerträglich gewordene Beziehung zu beenden. Aus diesen Trümmern heraus versucht sie, wieder zu leben. Doch ein Neubeginn benötigt immer die Entscheidung zwischen Wahlmöglichkeiten sowie die Sehnsucht, sich von Vergangenem zu befreien, um eine Zukunft gestalten zu können. Großmutter fragte mich, ob ich verliebt sei, so verträumt wie ich wäre. Ich verneinte, fragte, wie sie denn auf diese Idee käme. Nun, so abwegig sei der Gedanke nicht, auf jeden Fall wäre er es zu ihrer Jugendzeit nicht gewesen und schließlich sei ich eine hübsche Frau. Ich war so erstaunt, daß ich nichts erwidern konnte. Natürlich, Großmutter sprach schon immer unumwunden aus, was sie dachte; ihre Direktheit war ein beständiges Ärgernis für meinen Vater. Ich hätte also daran gewöhnt sein müssen. Ich war verlegen, erzählte, daß ich einen Mann kennengelernt hätte, der mir sympathisch sei, doch sei ich mir nicht sicher, wie ernst er es meine, denn für Spielereien, wäre ich zu alt, zu verletzt, zu müde. Du warst früher nicht so mißtrauisch, sagte sie. Ja, das stimmt. Früher nicht. Als ich ihr antwortete, daß ich früher dachte, alle Männer wären gleich schlimm, jetzt aber der Meinung sei, es gäbe schlimme und entsetzliche, lachte sie. Nein, so wäre das nicht, ihr Mann, Gott hab ihn selig, sei ein wunderbarer Gefährte gewesen. Nur, ich, ich geriete scheinbar immer an die Falschen. (Textausschnitt)