Freitag,
03.12.99
20:00

Morbus Kitahara

Eintritt öS 130,-/ 80,-

Christoph Ransmayr

Veranstalter: Literaturhaus

Morbus Kitahara

Veranstalter: Literaturhaus

„Ein Apokalyptiker, der das Leben preist! (…) Dieser Autor gehört in seiner Generation zum Besten, was wir haben.“ Marcel Reich-Ranicki aeiou Fünf Jahre schrieb der in 26 Sprachen übersetzte österreichische Schriftsteller Christoph Ransmayr – er äußert sich in den Medien kaum, tritt selten öffentlich in Erscheinung und gehört doch zu den international am meisten beachteten Schriftstellern der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur – an seinem Roman „Morbus Kitahara“ (1995) und setzte nach einer siebenjährigen Reise-Pause seinen Sensationserfolg „Die letzte Welt“ (1988) fort. Der Fundus des Romans „Morbus Kitahara“ (Augenkrankheit, durch die sich einzelne Felder des Sehbereichs verdunkeln) ist nicht der reiche von Ovids Metamorphosen-Sammlung, sondern der durchaus karge der eigenen Erinnerung: das Augenleiden, die Jugendzeit am Traunsee, wo auch Ebensee liegt, ehemaliges Außenlager des KZ Mauthausen. Ransmayr verwandelt die gegenwärtige hochindustrialisierte Zivilisation in eine Endzeit-Welt. Die Fiktion eines „verlassenen“ Mitteleuropas erinnert an jene Filme, die nach einer globalen Katastrophe spielen und in denen der Konkurrenzkampf der Überlebenden mit Waffengewalt ausgetragen wird. Christoph Ransmayr, geboren am 20. März 1954 in Wels/OÖ. Studium in Wien, philosophiegeschichtliche Forschungen zum Verhältnis von gesellschaftlicher Utopie und Religiosität. Ab 1978 Journalist, seit 1982 freier Schriftsteller mit wechselndem Wohnsitz (dzt. West Cork/Irland und Wien). Ausgedehnte Reisen: Indonesien, Indien, Japan, Kanada, USA, Mexiko, Brasilien etc. Zahlreiche Literaturpreise. Veröffentlichungen: „Strahlender Untergang“ (1982), „Die Schrecken des Eises und der Finsternis“ (Roman, 1984), „Hiergeblieben“ (Rede, 1990), „Der Weg nach Surabaya“ (1992), „Die dritte Luft“ (Rede, 1997) u.a.