Freitag,
27.02.26
19:00

Lange Hörspiel-Nacht 2026

Eintritt frei

Veranstalter: Literaturhaus Salzburg, ORF/Ö1
Veranstaltungsort: Literaturhaus

Lange Hörspiel-Nacht 2026

Veranstalter: Literaturhaus Salzburg, ORF/Ö1
Veranstaltungsort: Literaturhaus

Seit der Eröffnung des Salzburger Literaturhauses im Herbst 1991 können Hörspiele nicht nur im Radio, sondern auch öffentlich vor Publikum erlebt werden – vor allem bei der „Langen Hörspiel-Nacht“. In der jährlichen Kooperation mit Ö1 sind ausgewählte ORF-Produktionen aus dem Vorjahr in voller Länge zu hören, zwischendurch gibt es Track5‘-Kurzhörspiele zum Wettbewerbsthema „Schließ die Augen!“ und in den Pausen ein Ö1-Buffet. Live-Gast ist diesmal Peter Klein, der als Autor, Journalist und Hörfunkredakteur den Kultursender mitgeprägt hat. Mit ihm führt die Salzburger ORF-Literaturjournalistin Karin Buttenhauser, die den Abend moderiert, ein Gespräch.

Im Hörspiel „Iowa. Ein Ausflug nach Amerika“ (55 Min, Regie: Alice Elstner) – nach ihrem gleichnamigen Roman – erzählt die Autorin Stefanie Sargnagel vom Leben in der US-Provinz. Eingeladen von einem College, Creative Writing zu unterrichten, landet sie in einer Kleinstadt, aus der es ohne Auto kein Entrinnen gibt. Begleitet wird die Wienerin von einer Indie-Ikone, die seit den 80er-Jahren in der alternativen Musikszene Berlins unterwegs ist und ein Konzert für Studierenden geben soll. Vereint in der Gefangenschaft der Einöde freunden sich die Frauen an, spazieren durch die Straßen und sehnen sich nach Abwechslung.

In einer Kleinstadt spielt auch das Hörspiel von Manuela Tomić: „Die Sonne täuscht über das Unglück hinweg“ (52 Min, Regie: Andreas Jungwirth). Einkaufszentrum, Markt, Kreisverkehr, Felder, Wälder, Berge. Mittendrin die Friseurin, der Arzt, die Schuldirektorin, der Lehrer, die Kundin, der Bauer, sein Sohn und Hanna. Ihr Kopf ist voller Poesie, voll der Liebe zu ihrem Sohn, voll sexueller Fantasien – und Zorro. Hanna ist Seherin, spricht mit Vögeln und stolpert manchmal über ihre eigenen Füße. Doch jede Gemeinschaft braucht so jemanden – als Inspiration, Korrektiv und Schutzengel, denn „die Sonne täuscht über das Unglück hinweg“.

Um ein kurzes Innehalten in einer bewegten Welt geht es im Hörspiel „Vier Stürme, ein Sturm“ (54 Min, Regie: Leonhard Koppelmann) von Philipp Blom. Ein Sturm fegt durch eine beliebige Stadt. Dort steht ein Baum, dem Blitzeinschlag und Winde einen Ast aus der Krone brechen. Drumherum vier Schicksale, die von inneren Stürmen umgetrieben werden. So kehrt sich der Sturm ins Gegenteil, wird zum stillen Reflexionsort großer Themen wie Einsamkeit, Liebe, Schönheit und dem (selbst)zerstörerischen Konflikt zwischen dem Raubtier Mensch und seiner Lebenumwelt.

Stefanie Sargagel, geb. 1986 in Wien, wo sie als Autorin und Cartoonistin lebt. Sie veröffentlicht Bücher, schreibt fürs Theater, spielt in Filmen und betreibt einen Webshop. 2025 erhielt sie den Bremer Literaturpreis.

Manuela Tomić, geb. 1988 in Sarajevo, lebt in Wien. Sie schreibt Prosa, Lyrik und ist als Hörspielautorin tätig, „Blasse Stunden“ ist mit dem Prix Europa 2024 ausgezeichnet.

Philipp Blom, geb. 1970 in Hamburg, lebt als Autor, Historiker, Journalist, Moderator und Übersetzer in Wien.