Montag,
14.03.11
19:30

Kurt Tucholsky: Bewaffnet mit einer Schreibmaschine

Eintritt € 6/5/4

Elke R. Bosse

Veranstalter: Verein Literaturhaus, Culture francophone, Institut für Romanistik der Universität Salzburg

Kurt Tucholsky: Bewaffnet mit einer Schreibmaschine

Veranstalter: Verein Literaturhaus, Culture francophone, Institut für Romanistik der Universität Salzburg

 Der berühmte deutsche Schriftsteller und engagierte Journalist Kurt Tucholsky (1890- 1935) mischte sich ab 1924 als Pariser Korrespondent der „Weltbühne“ und der angesehenen „Vossischen Zeitung“ kritisch in die politischen Debatten seiner Heimat ein und versuchte – wie sein Vorbild Heinrich Heine im 19. Jahrhundert –, das gegenseitige Verständnis von Deutschen und Franzosen zu fördern. Er war Mitglied der Gruppe Revolutionärer Pazifisten, näherte sich der KPD an und veröffentlichte in der „Arbeiter Illustrierte Zeitung“ 1928 das Gedicht „Asyl für Obdachlose!“, das mit dem einprägsamen Vers endet: „Wohltaten, Mensch, sind nichts als Dampf./Hol dir dein Recht im Klassenkampf!“ Wer war Kurt Tucholsky? Als Demokrat und Sozialist warnte er vor rechten Tendenzen in Politik, Militär und Justiz – und vor der Bedrohung durch den Nationalsozialismus. Leider vergebliche Mühe, wie Univ. Prof. Dr. Roman Reisinger an diesem Abend ausführt. Der Romanist gibt Hintergrundinformationen über die Weimarer Republik, bevor die in Salzburg lebende Übersetzerin Elke R. Bosse nach der Bedeutung des Roman- und Kabarettautors und seines Werks fragt. Außerdem geht sie auf die Übersetzung ins Französische und die Rezeption in Frankreich ein. Dazu sind Gedichte von Kurt Tucholsky auf Deutsch und Französisch zu hören, vorgetragen von der französischen Schauspielerin Paloma Obispo.   Elke R. Bosse, geboren in Rostock, hat an der Salzburger Universität Romanistik studiert. Nach einem mehrjährigen Aufenthalt in Boston, USA, arbeitete sie als Übersetzerin in Paris. Wohnhaft in Salzburg, übersetzt sie literarische Texte (z.B. Theaterstücke). Ihr Anliegen ist es, Kurt Tucholsky einem größeren Publikum in Frankreich bekannt zu machen. Das von ihr in Zusammenarbeit mit Catherine Desbois veröffentlichte Buch „Kurt Tucholsky – Armé d’une machine à écrire“ mit einem Vorwort von Fritz J. Raddatz ist im März 2010 im Pariser Verlag L‘Harmattan erschienen.