Dienstag,
17.09.02
19:30

HOTEL2001 ET ALIA

Eintritt frei

Veranstalter: Verein Literaturhaus

HOTEL2001 ET ALIA

Veranstalter: Verein Literaturhaus

Ausstellung zum Herbst-Schwerpunkt "sex + literatur" Ausstellungsgespräch: Hildegund Amanshauser (Salzburger Kunstverein) mit Matthias Herrmann Ausgangspunkt der Fotografien ist der narzißtische Blick auf den eigenen Körper, der im Spannungsfeld zwischen Öffentlichkeit und Privatheit über die Selbstinszenierung hinaus bald in ein Spiel von Doppelbödigkeit und in Brüche mündet. Matthias Herrmann inszeniert seinen „Idealkörper“ immer mit einem Augenzwinkern und schlüpft dabei in verschiedene Rollen, phantasiert sich in seine Rollen hinein und überschreit Grenzen, sieht sich von trans gender, in Unschulds- und Machoposen – einmal in hochgestylter Werbeästhetik, und dann wieder in der Billig-Ästhetik pornografischer Magazine, obszön und zugleich als Karikatur des Obszönen. Die ironischen Brüche im Bild entstehen neben dem Nichterfüllen der Erwartungshaltung an das jeweilige „Genre“ (über Mimik, Ausstattung, Körpersprache) auch über das Verhältnis von Text und Bild: in die mit Selbstauslöser gemachten Fotografien werden Textzitate (aus der Kunsttheorie, Interviews mit Künstlern, Politikern, Prominenten) mit hineingenommen und erzeugen im Wechselspiel mit dem Dargestellten neue, ironische Bedeutungsebenen mit vielen Bezugspunkten. Dabei wird das Bild der lakonische Kommenar zur Aussage einer konkreten Person und umgekehrt, schwankend zwischen Witz und Ernst. In diesen Fotografien steht nicht der Blick auf die Subkultur der Homoerotik im Mittelpunkt, sondern „die Brüche in der Kunst, das Verhältnis zwischen Text und Bild, die verschiedenen ästhetischen Herangehensweisen sind das Entscheidende. Die gute Kunst und der gute Witz über die Kunst treffen aufeinander und sind des öfteren auch nicht mehr unterscheidbar“ (Prinzhorn). Matthias Herrmann, geboren 1963 in München, 1986-88 Mitglied des Balletts der Wiener Staatsoper, 1988-93 Studium an der HS für angewandte Kunst in Wien; seit 1999 Präsident der Secession, Wien, wo er als Künstler und Kurator lebt. Einzel- und Gruppenausstellungen: u.a. Secession, Wien (93); Galerie Praz/ Delavallade, Paris (94); „Feeling good about myself“/Art Metropole, Toronto (mit Tom Dean, 96); project space/Kunsthalle Wien und Rupertinum, Salzburg (99); Galerie Steinek, Wien (2001); Paul Petro Contemporary Art, Toronto und Muzeum Sztuki/Galeria Potocka, Krakau (2002).