Mittwoch,
12.03.03
20:00

Glück gehabt -Erinnerungen

Eintritt € 6/ 4

George Wyland-Herzfelde

Veranstalter: Verein Literaturhaus

Glück gehabt -Erinnerungen

Veranstalter: Verein Literaturhaus

„Als ich den ersten Tag zur Schule ging, sagte der Lehrer: Ich mache aus euch Männer, die das Land verteidigen. Da stand ich Knirps auf und sagte: Hören Sie, ich bin hier, um Rechnen und Schreiben zu lernen. Worauf er sagte: Merkt euch, der Mann wird am Galgen enden. Da nahmen mich meine Eltern aus der Schule und schickten mich nach Salzburg.“ Auf der Flucht vor den Nazis kam George Wyland-Herzfelde als Junge nach Österreich, dann nach Prag und schließlich nach New York, wo die Familie ihre anti-faschistische Arbeit unbeirrt fortsetzte, bis sie schließlich 1949 nach Deutschland heimkehren konnten. Zu diesem Zeitpunkt hatte George Wyland längst seine Berufung gefunden: Aus dem zarten Knaben, um dessen Gesundheit seine Mutter sich stets Sorgen gemacht hatte, war ein professioneller Eiskunstläufer geworden, dessen unerschütterlichem Optimismus selbst Hitler nichts anhaben konnte. In seinem Memoiren „Glück gehabt“ (dtv 2003) schildert George Wyland-Herzfelde Flucht und Exil seiner Familie aus der Sicht des Sohnes. Die erste Liebe, die Leidenschaft fürs Eiskunstlaufen und die Schule kommen ebenso zur Sprache wie die Odyssee der Familie durch Europa, die Eindrücke von der neuen Heimat New York, der Existenzkampf der Emigranten und die Begegnung mit Freunden des Vaters und Intellektuellen seiner Zeit: George Grosz, John Heartfield, Ernst und Karola Bloch, Willy Bredel, Oskar Maria Graf u.v.a.