Montag,
04.10.99
20:00

Die letzten Tage der Menschheit

Eintritt frei

Karl Kraus

Veranstalter: Literaturhaus

Die letzten Tage der Menschheit

Veranstalter: Literaturhaus

Bis Ende dieses Jahres bringt das Literaturhaus Salzburg an 23 Abenden die einzigartige ORF-Hörspielfassung des Kraus-Stücks „Die letzten Tage der Menschheit“. In seinem Einleitungsvortrag spricht der Salzburger Germanist Fritz Popp diesmal zum Thema „Karl Kraus und die ‚kranken Habsburger’“. Danach hören Sie die Szenen 18 bis 32 des 5. Aktes (Dauer: 64 Minuten). In einer Szene (V, 42) behauptet der Nörgler, daß alle Schuld an den Ereignissen diese Sippschaft trage, die „einen Weltkrieg für eine Familie“ führen ließ. Franz Joseph wird zum „Dämon der Mittelmäßigkeit“, dem „die volle weltgerichtliche Verantwortung“ anzulasten sei. In der Schlußfassung des Stücks wird die Anklage gegen die Habsburger auf eine „Schurkengalerie kaiserlich-königlicher Schwachköpfe“ (E. Timms) ausgeweitet. Die Rollen, die der Verfasser in den „Letzten Tagen der Menschheit“ den Habsburgern zukommen läßt, aber auch Kraus´ Verhältnis zur Monarchie sind das Thema dieses Hörspiel-Abends. Karl Kraus, geboren am 28. April 1874 in Jicin/Ostböhmen, gestorben am 12. Juni 1936 in Wien. Der österreichische Schriftsteller und Kulturphilosoph entwickelte ein Verfahren der Sprachkritik mit Hilfe des Zitats, in dem der Text zum Zeugen gegen seinen Urheber wird. In seinem Lesedrama „Die letzten Tage der Menschheit“ (1918/19, in: „Die Fackel“; endgültige Fassung 1922) klagt er die Presse und die verantwortlichen Redakteure als eigentliche Urheber des 1. Weltkriegs an.