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Donnerstag, 6. April 2006
10-22 Uhr  
 
Samuel Beckett
12 Stunden zum 100. Geburtstag

Eintritt: frei
Veranstalter: Verein Literaturhaus, ARTE, literaturhaeuser.net

© John Minihan

10-15 Uhr: BECKETT IM BUS Der Schauspieler Walter Anichhofer bewegt sich als Beckett- Figur durch Salzburg und provoziert unerwartete Begegnungen. Start und Ziel: Literaturhaus

15.30 Uhr: ALLE DIE DA FALLEN Erstes Hörspiel von Beckett (NDR/SDR 1957, 79 Minuten, Regie: Fritz Schröder-Jahn), entstanden 1956 im Auftrag der BBC. Im Unterschied zu späteren Arbeiten mit fast realistisch anmutender Handlung: Mrs. Rooney, „ein hysterisches altes Weib, zerrüttet von Kummer”, schleppt sich die staubige Landstraße entlang, um ihren kranken blinden Mann vom Zug abzuholen. Ihr Gang gleicht einem Kreuzweg durch ein Leben, das nichts als Leiden und Unfruchtbarkeit kennt. Das Hörspiel als Metapher für einen Lebensweg zwischen Trostlosigkeit und Hoffnung.

17 Uhr: FILM Film von Samuel Beckett mit Buster Keaton (1965, 22 Min., Regie: Alan Schneider) – ohne Dialog, ohne Musik und Geräusche demonstriert „Film“ Beobachten und Beobachtetwerden. Nach dem Drehbuch von Beckett tritt der berühmte Buster Keaton im Sommer 1964 noch einmal vor eine Filmkamera und spielt „O“ (Objekt), das während des ganzen Films vom Subjekt „E“ (Kameraauge) verfolgt wird. Keaton schleppt sich durch ein marodes New Yorker Ambiente eine Straße entlang, über die Treppe eines Wohnhauses in ein ödes Zimmer, um am Ende –

18 Uhr: WARTEN AUF GODOT Öffentliche Probe der Athanor Akademie Burghausen (Beckett-Tag am 13.4.) des bekanntesten Beckett-Stücks „En attendant Godot“ (UA: 1953 in Paris), Theater mit einem Schauplatz und zwei Akten. Mit Manfred Antesberger, Daniel Christensen, Mirkus Hahn und Peter Papakostidis, Regie: David Esrig. „Ich will weder belehren noch verbessern noch den Leuten die Langeweile vertreiben. Ich will Poesie in das Drama bringen, eine Poesie, die das Nichts durchschritten hat und in einem neuen Raum einen neuen Anfang findet.” (Samuel Beckett)

19 Uhr: DAVID ESRIG ERINNERT Gespräch mit dem bekannten Theaterregisseur und Beckett-Kenner, der dem Nobelpreisträger in Berlin begegnete. David Esrig, geboren 1935 in Haifa, rumänischer Regisseur, siedelte nach seiner Habilitation an der Bukarester Theater- und Filmuniversität 1973 nach Deutschland. War Schauspieldirektor am Nationaltheater Bukarest, am Stadttheater Bern und am Stadttheater Essen. 1995 gründete er die Athanor Akademie für Darstellende Kunst in Burghausen, eine Akademie für Schauspiel und Regie in den Fächern Theater und Film.

20 Uhr: BECKETT – LIPPEN SCHWEIGEN Österreich-Premiere Filmische Biographie von Goggo Gensch (ARTE/SWR 2005, 90 Minuten), der in seiner Dokumentation Beckett als sanften Melancholiker und heimlichen Romantiker zeigt, der sich aus langen Jahren der Erfolglosigkeit eine Unabhängigkeit und Freiheit erarbeitet hat. Freunde und Arbeitskollegen kommen zu Wort, z.B. die Regisseure Peter Hall, Michael Colgan und Walter Asmus, die Schauspieler Horst Bollmann und Klaus Herm und sein autorisierter Biograf James Knowlson.

Themenabend Samuel Beckett auf ARTE am 7. April um 22.20 Uhr und im SÜDWEST Fernsehen am 13. April, um 22.35 und 14. April um 22.40 Uhr.

Samuel Barclay Beckett, geboren am 13. April 1906 in Foxrock (südlich von Dublin), gestorben am 22. Dezember 1989 in Paris. Zählt zu den Hauptvertretern der Modernen Literatur. Ab 1930 entstand sein auf Englisch und Französisch verfasstes Werk, darunter die berühmten Theaterstücke „Endspiel“ (1957) und „Glückliche Tage“ (1961). Außerdem schrieb er Romane, Essays, Lyrik, Drehbücher und Hörspiele. 1969 erhielt er den Literatur-Nobelpreis.

Internet: http://samuel-beckett.net/

 
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