Büchertankstellen
„Jede Woche wechseln hunderte Bücher ihre Besitzer!“ freut sich Tomas Friedmann vom Literaturhaus Salzburg. Manchmal sieht der Literaturhaus-Leiter sogar noch um Mitternacht nach einer Veranstaltung Bücherwürmer mit Lesefutter aus der "Tankstelle" kommen. Eine Nutzerin sprach von der besten Idee in Salzburg seit langem!
Am 31. Mai 2012 wurden vor dem Literaturhaus im Stadtteil Lehen und vor der ARGEkultur im Nonntal zwei Büchertankstellen eröffnet – frei zugängliche, unkontrollierte Tauschbörsen für Bücher aller Art. Seitdem gibt es täglich ein Kommen und Gehen, ein Geben und Nehmen. Auffällig sei die hohe Fluktuation, stellt Erfinder Friedmann fest, man bemerke ein täglich wechselndes Angebot von gebrauchten Büchern: Romane wie Sach- und Kinderbücher. Ganz unterschiedliche Nutzer wurden beobachtet, manche kommen bewusst und regelmäßig mit dem Fahrrad oder zu Fuß, andere stolpern zufällig in eine der beiden Büchertankstellen, häufig sind es Besucher der beiden Kulturstätten.
Daniela Gmachl, Geschäftsführerin der ARGEkultur und Partnerin des Projekts, freut sich jedenfalls mit Tomas Friedmann vom Literaturhaus über den regen Zuspruch und positive Postings auf den jeweiligen Facebook-Seiten, über Emails und persönliche Rückmeldungen in den beiden Salzburger Kulturhäusern. Geschmunzelt wird immer wieder über erstaunte Gesichter und ungläubige Fragen von Interessierten, ob man denn da wirklich ohne Ausweis und ohne ein Buch dabeizuhaben eines oder mehrere so einfach mitnehmen dürfe ... Ja, man darf! Und man soll und kann Tag und Nacht kommen, denn die beiden Büchertankstellen stehen rund um die Uhr offen und bieten pro Büchertankstelle Platz für 150 bis 200 Bücher.
Tomas Friedmann wünscht sich viele Nachahmer der vorläufig für ein Jahr geplanten Aktion wetterfester, unkomplizierter Büchertauschbörsen, die es – wie man jetzt wisse – auch anderswo gibt: „Es gibt Anrufe mit Hinweisen auf ähnliche Projekte in anderen Städten, viel Lob und etliche Anfragen, wie unsere ‚Büchertankstellen’ funktionieren. Jeder darf die Idee kopieren, ja, es wäre schön, wenn sich daraus Partnerschaften in Gemeinden ergeben – eventuell in Zusammenarbeit mit Bibliotheken, Bildungseinrichtungen und Kulturstätten, unterstützt durch die Kulturpolitik. Vielleicht stehen ja irgendwo noch alte Telefonzellen herum, die nicht mehr gebraucht werden?“
