Kalligraphie-Ausstellung

21.06.2019
In der Herbst-Ausstellung 2019 zeigt die japanische Künstlerin Keisetsu Sakuragi unter dem Titel "Shodo. Der Weg des Schreibens“ eigene Arbeiten und jene von Schülern. Die Vernissage ist am 12. September im Literaturhaus.

Die Kalligraphie, die Kunst des "Schönschreibens von Hand", ist eine traditionelle Kunst Ostasiens, geschrieben wird die „Schrift" mit Pinsel und Tusche. Die Schrift hat eine eigene Bedeutung, auch für die bildende Kunst. In der Schrift drückt sich der Charakter des Schreibers bzw. der Schreiberin dieser Schrift aus. Es geht dabei um Farbstärke der Tusche, die Pinselführung, die Raumaufteilung des Blattes und die harmonische Gesamtkomposition.

Die Literaturhaus-Ausstellung zeigt von
12. September bis 19. Dezember Werke der japanischen Künstlerin Keisetsu Sakuragi sowie ausgewählte Arbeiten ihrer Schüler*innen. Vernissage ist am Donnerstag, 12. September, um 19.30 Uhr.

Seit alters her pflegt Japan Beziehungen zu China. Japan wurde von der Kultur des chinesischen Festlandes stark beeinflusst. In Japan gab es ursprünglich keine eigene Schrift. Diese kam im ersten Jahrhundert von China nach Japan. Besonders im fünften und sechsten Jahrhundert verbreitete sich die Kalligaphie rasch. Heute werden in Japan „Hiragana“ und „Katakana“ benutzt sowie das chinesische Zeichnen, die „Kanji“.  Die beiden Schriften Hiragana und Katakana wurden in Japan aus den chinesischen Zeichen entwickelt. Beim Schreiben der Kalligraphie chinesischer Schriftzeichen werden fünf verschiedene Schriftarten verwendet. In Japan gibt es außerdem noch eine weitere Art von Kalligraphie mit japanischer Originalschrift. Da die Schrift ein Mittel zur Kommunikation darstellt, ist selbstverständlich auch das „Lesen" wichtig. Doch heute scheint der Künstlerin der Aspekt des ,,Genusses beim Betrachten" der Zeichen generell eine größere Rolle zu spielen: "Man nähert sich den Schriftzeichen ähnlich wie Bildern", sagt Keisetsu Sakuragi, die bei der Vernissage bei einer Live-Performance mit Musik sowie im Gespräch auftritt.