9. Krimifest in Salzburg

26.09.2017
Von 19. bis 21. Oktober findet das Krimifest 2017 im Literaturhaus Salzburg statt – diesmal mit 13 Autor*innen aus 6 Ländern, u.a. mit Veit Heinichen, Simon Beckett, Friedrich Ani und Eva Rossmann. Die ersten beiden Abende sind bereits ausverkauft, für Samstag gibt es noch Karten!

-> Programm

Willkommen zum 9. Krimifest!

Von 19. bis 21. Oktober 2017 beschäftigen wir uns im Literaturhaus Salzburg wieder mit dem beliebten Genre des Kriminalromans – das unerklärlicher- und ungerechterweise von manchen Kritikern und Literaturvermittlern immer noch grundsätzlich skeptisch beäugt wird; ganz so, als könnte man undifferenziert z.B. Jazz, Oper oder Poesie insgesamt ablehnen oder gar verteufeln!

Diesmal stellen wir pro Abend jeweils „nur“ vier Bücher in Lesungen und Diskussionen vor – dazwischen gibt es Musik und zum Abschluss eine Saturdaynight-Party mit den DJs von Kollektiv Tanzbar. Viele Geschichten der heuer vorgestellten Romane spielen wieder zu und an unterschiedlichen Zeiten und Orten, in verschiedenen Ländern und sozialen Schichten, sind politisch und beschäftigen sich mit ernsten Themen. Was macht den Krimi aber so beliebt? Ist es das beruhigende Moment, dass in den Geschichten am Ende (meist) doch alles aufgeklärt wird? Oder dass sogar der Tod im Krimi oft noch etwas Tröstliches hat, weil er – wie Margret Atwood meinte – logisch sei, es immer ein Motiv gebe? Tatsächlich greifen unzählige Romane, ob Thriller, Spionagegeschichte oder mit dem Aufdruck Krimi versehen, gesellschaftskritische, zeitgeisitige und (tiefen)psychologische Themen auf, die viele Leserinnen und Leser beschäftigen. Auch die Etikette „Lokalkrimi“ ist nicht wirklich neu, ihn gibt’s nicht erst seit Alfred Komareks Polt, auch Agatha Christie und Georges Simenon darf man schon als deren Vertreter bezeichnen. 

Zwar meint der geschätzte österreichische Philosoph und Autor Franz Schuh, ein Kenner und Liebhaber guter Krimis, dass er die Gattung für „ausgeschrieben“ halte. Dennoch liest er weiter Krimis, denn: „Das Interesse am Variieren ist mein Interesse am Kriminalroman. Und in der Branche gibt es großartige Schriftsteller, Heinrich Steinfest zum Beispiel und, wie jeder weiß, Wolf Haas.“ Vielleicht gelingt es ja, zumindest einen der beiden zum 10. Krimifest im Herbst 2018 nach Salzburg zu bringen. Aber auch die 13 heuer eingeladenen Autorinnen und Autoren aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Großbritannien und Italien – darunter sechs „Wiederholungstäter“ – halte ich für wunderbare Schriftsteller, die die Grenzen des „globalisierten Krimi“ (Schuh) oft gelungen überschreiten.

T. Friedmann