Tanja Maljartschuk

Gleich geht die Geschichte weiter, wir atmen nur aus

Do, 26.01.2023, 19.30 Uhr

Genre: Lesung & Gespräch

Veranstalter: prolit

Eintritt: € 10/8/6

© Michael Schwarz

Kartenreservierung

„Die Ukraine ist ein Land der großen Dinge. Große Städte, mächtige Flüsse, unendliche Felder, entsetzliche Tragödien. Das größte und schwerste Flugzeug der Welt wurde in Kyjiw gebaut, die tiefste U-Bahn-Station der Welt befindet sich ebendort und sogar die angeblich größte europäische Wüste, Oleschky-Sande, liegt südlich von Cherson.“

Diese Essays sind ein Geschenk: In der Verbindung von Erinnerung und Analyse führt die Ingeborg-Bachmann-Preisträgerin Tanja Maljartschuk vor, was die kriegerische Expansionspolitik Russlands mit einem Land und seinen Menschen anrichtet. Und das nicht erst seit 2022, sondern seit über einem Jahrzehnt.

Die ältesten Texte des Bandes wurden 2014 geschrieben – in der Zeit der Maidan-Proteste, die für die Ukraine Hoffnung und Aufbruch, aber auch die Annexion der Krim bedeuteten. Die neuesten Texte reagieren auf das, was aktuell in der Ukraine geschieht: der Kampf ums Überleben, um die eigene Würde, Geschichte und Integrität. Nach der Lektüre des Bandes wird vor allem eines deutlich: wie sehr Erzählen auch bedeutet, Zeugnis abzulegen und zu widersprechen.

Tanja Maljartschuk, geb. 1983 in Iwano-Frankiwsk (Ukraine), studierte Philologie und arbeitete nach dem Studium als Journalistin in Kiew; heute lebt sie in Wien als freie Autorin. 2018 erhielt Tanja Maljartschuk den Ingeborg-Bachmann-Preis. Auf Deutsch erschienen zwei Romane und zwei Erzählbände. Ihr neuestes Buch ist im Verlag Kiepenheuer & Witsch erschienen.