Karl Müller
Peter Huemer / Traudl Gmeinböck / Peter Pikl

Karl Heinrich Waggerl. Eine Biographie

Fr, 12.12.1997, 20 Uhr

Genre: Buchpräsentation & Lesung

Veranstalter: Literaturhaus

Eintritt: frei

Veranstaltungsort: Sporthotel Wagrain Im Rahmen des Waggerl-Symposiums anläßlich des 100. Geburtstags des Dichters wird an diesem Abend die gerade im Otto Müller Verlag erschienene Bildbiographie von Karl Müller vorgestellt. Nach der Präsentation durch den Journalisten und Moderator Peter Huemer hält der Germanist und Publizist Karl Müller einen Vortrag, anschließend lesen die Schauspieler Traudl Gmeinböck und Peter Pikl (Salzburger Landestheater) unbekannte texte aus dem Werk des 1973 verstorbenen Schriftstellers. Karl Heinrich Waggerl war vieles in seinem Leben: Kleinhäusler und gefeierter Autor, Hilfslehrer und Bürgermeister, Avangardist und Traditionalist, Künstler und kühler Verwerter kunstgewerblicher Talente. Er hat gegen die dörfliche Enge revoltiert – und doch mit einer Literatur, die diese Enge zur Idylle stilisiert, die größten Erfolge gefeiert. Er hat soziale Ungerechtigkeiten erkannt und kritisiert – und sich doch oft mit den Mächtigen arrangiert. Der Mann, der von Hitler empfangen wurde und diesen als Friedensfürsten rühmte, hielt den Militarismus für ein Erzübel der deutschen Geschichte, und der fromme Dichter, der als Autor des Advents reüssierte, hat im Privaten bekannt, Atheist zu sein. In seiner Biographie stellt sich Karl Müller den Wiedersprüchlichkeiten eines Schriftstellers, der sich seiner Brüche und Abgründe durchaus bewußt war. Karl Müller, geboren 1950 in Puch bei Hallein. Studium der Germanistik und Anglistik, Lehrbefugnis für Neuere deutsche Literatur, Gastdozenturen in Debrecen, Lemberg und Amsterdam, Publikationen zur österreichischen Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts, zur Geschichte der Literaturwissenschaft und zur Literaturpolitik, Vorsitzender der Theodor-Kramer-Gesellschaft, Vorsitzender des Vorstandes des Literaturhauses Salzburg, Mitglied der Jura-Soyfer-Gesellschaft (Wien) und des Österreichischen P.E.N.-Clubs, Mitglied des Beirates für Kinder- und Jugendliteratur im Bundeskanzleramt, Mitglied des Salzburger Landes-Kulturbeirates, Jurytätigkeit, Preis des Fonds der Landeshauptstadt Salzburg zur Förderung von Kunst, Wissenschaft und Literatur (1998). Im Otto Müller Verlag erschien 1990 sein Buch "Zäsuren ohne Folgen. Das lange leben der literarischen Antimoderne".