Christoph Janacs , Christopher Schmall

Poesie und Widerstand

Mo, 26.04.2021, 19.30 Uhr

Genre: Poetischer Abend

Veranstalter: Salzburger Autorengruppe

Eintritt: € 8/6

„Wir leisten Widerstand, weil wir die Wirklichkeit zu kennen glauben“,schreibt Christoph Janacs in seiner 2004 erschienenen Aphorismensammlung „meteoriten“.

Was aber ist Widerstand? Und was DIE Wirklichkeit? Sind wir dieser ausgeliefert, und ist Widerstand zwecklos? Und was bedeutet „glauben“? Ist es ein Hinweis auf die Relativität der Realität?

Aber wir glauben ja immer irgendetwas. Legen unser Vertrauen in Wirklichkeitskonstrukte. Wir glauben an Gott und seine Allmacht; glauben an uns selbst, ohne uns wirklich zu kennen; glauben an Gegebenheiten, in die wir hineingeboren werden – von familiären Verhaltensmustern bis hin zum Wirtschaftssystem –, die uns prägen und bestimmen, dauerhaft, unbewusst, und so auch unsere Wirklichkeit formen. Widerstand bäumt sich auf, sobald unsere „Wahrheit“ in Zweifel gerät oder gar angegriffen wird.

Eine poetische Sicht, die alles mit einschließt, allem Raum gibt, Widersprüche zusammenhält, die Welt in sich spiegelt und die vermeintlichen Trennungen überbrückt, bietet mannigfache Möglichkeiten zur eigenen Entfaltung und Erfahrung und kann mitunter helfen, die Scherben des Selbst neu zu ordnen.

Christoph Janacs, * 1955 in Linz, lebt in Niederalm als Schriftsteller, Kulturvermittler und Lehrer; Publikation von Romanen, Erzähl- und Lyrikbänden; zuletzt erschien „im Zweistromland“, Edition Tandem. Im Herbst 2021 erscheint ein Band mit politischer Lyrik.

Christopher Schmall, * 1993 in Salzburg, lebt und arbeitet dort als freier Kunstschaffender; Obmann der Salzburger Autorengruppe. 2016 erschien der Lyrikband „seelen.splitter“, edition art&science. Derzeit Arbeit an diversen Projekten.