Martin Peichl , Thomas. Raab , Simone Schönett

Wilde Mischung - ONLINE

Do, 21.01.2021, 19.30 Uhr / online

Genre: Neue Bücher österreichischer Autor*innen

Veranstalter: Verein Literaturhaus

Online-Veranstaltung

Link zu den Lesungen

Drei Bücher österreichischer Autoren aus heimischen Verlagen in Lesung und Gespräch: Simone Schönett präsentiert „Das Pi der Piratin“ (Edition Atelier, 2020), Thomas Raab liest aus „Bobophon“ (Ritter Verlag, 2020) und Martin Peichl stellt „In einer komplizierten Beziehung mit Österreich“ (Verlag Kremayr & Scheriau, 2020) vor. Moderation: Ines Schütz, Anton Thuswaldner und Tomas Friedmann. Musik: Franz Pillinger.

Martin Peichls Protagonisten befinden sich in komplizierten Beziehungen: mit ihren Frauen und FreundInnen, ihren Familien und sich selbst. Manchmal wird es besonders kompliziert, dann lösen sich die Beziehungen auf. Manchmal bleibt es kompliziert, vor allem mit Österreich. Oft aber haben die komplexesten Gefühle auf einem Bierdeckel Platz, darin ist Martin Peichl Meister: „In Österreich gibt es keine Menschen mit Alkoholproblemen. In Österreich gibt es nur Menschen, die Spaß verstehen, und Menschen, die keinen Spaß verstehen.“

Martin Peichl, geboren 1983 im Waldviertel, lebt und schreibt in Wien, wo er die Lesereihe „In einer komplizierten Beziehung mit Österreich“ organisiert. Sein Debütroman „Wie man Dinge repariert“ (2019) wurde ausgezeichnet.

Wer kennt sie nicht: den Kunstkakadu, die Diskursbiene, den Nischentiger, die sich aufplustern und abstrampeln. In seinen kybernetischen Fabeln überträgt Thomas Raab mit coolem Humor biologische Dynamik auf das Privat- und Erwerbsleben sogenannter Bobos in Universitäten, Kunstbetrieb und Wirtschaft. Im Wechsel zwischen menschlicher und tierischer Perspektive blitzen Analogien zwischen den Existenzformen auf, von der Motte bis zum Elefanten, von der Alge bis zum Fischstäbchen, von der niedrigen Charge bis zum CEO.

Thomas Raab, geboren 1968 in Graz, lebt als Autor, Übersetzer und Kognitionsforscher in Wien, schreibt Prosa, Sachbücher und Hörspiele. Ernannte sich nach dem Tod von Michael Crichton zum „größten Schriftsteller der Welt“ (2,02 m).

Können Frauen in der männlich gefärbten Sprachwelt ihre eigene, die weibliche Begierde zum Ausdruck bringen? Die Ich-Erzählerin in Simone Schönetts rasanter Prosa begibt sich auf die Suche nach einer weiblichen Sprache der Lust. Sie will ihrer Libido Ausdruck verleihen, merkt aber bald, dass es nicht genügt, nur aus dem Fundus der Männer Ausdrücke für das zu nehmen, worum es eigentlich geht. Etwas Neues muss entstehen. Denn solange das Wort einer Frau nicht gilt, bleibt die mögliche Eintracht zwischen den Geschlechtern nur Utopie …

Simone Schönett, geboren 1972 in Villach in eine jenische Familie, ist freie Autorin und Mitbegründerin von Wort-Werk und Mitveranstalterin von „Die Nacht der schlechten Texte“. Zuletzt erschien der Roman „Andere Akkorde“ (2018).