Kurt Palm

Bloomsday reloaded 2020

Mi, 16.12.2020, 19 Uhr / Abgesagt

Genre: Neue Musik & Kurt Palm über James Joyce

Veranstalter: Verein Literaturhaus, Salzburger Gesellschaft für Musik, Institut für Neue Musik/Mozarteum Salzburg

Eintritt: frei; Live-Stream über FS1-Facebook

Seit den 1950er Jahren findet jährlich am 16. Juni der BLOOMSDAY statt, ein Gedenktag, der sich auf die Hauptfigur des Romans „Ulysses” von James Joyce bezieht – in Dublin im Status eines Feiertags, jedenfalls weltweit der einzige Tag, der einem Roman gewidmet ist. Der weltberühmte Schriftsteller wird auch in Salzburg immer wieder geehrt. Nach der Ausstellung „James Joyce’s Dublin“ sowie einem Vortrag mit Lesung des Ulysses-Übersetzers Hans Wollschläger (beides 1996) gestaltete das Literaturhaus im Jahr 2004 eine 12-stündige Tour „100 Jahre Bloomsday“ kreuz und quer durch die Stadt. 2016 organisierte die Salzburger Gesellschaft für Musik in Zusammenarbeit mit dem Institut für Neue Musik, Mozarteum Salzburg erstmals einen Abend mit neuer Musik von österreichischen und internationalen Komponisten zu Person und Werk von James Joyce – ab 2017 mit dem Literaturhaus Salzburg. 2018 wurden Schriftsteller*innen eingeladen, poetische Texte zur Vertonung zu schreiben, daraus wurden neue Kompositionen. 2019 wurde das Projekt weiterentwickelt und jeweils ein Autor bzw. eine Autorin mit einem Komponisten bzw. einer Komponistin vernetzt, um den Produktionsprozess gemeinsam zu starten. Daraus entstanden sechs neue Musikstücke nach sechs neuen Texten. Das Programm 2020 musste Corona-bedingt entfallen bzw. wird jetzt – leicht verändert – zur „Bloomsday-Halbzeit“ im Dezember nachgeholt.


James Joyce (1882-1941) beschreibt in seinem Roman „Ulysses“ einen Tag, den 16. Juni 1904, im Leben von Leopold Bloom, irischer Anzeigenakquisiteur jüdischer Abstammung bei einer Dubliner Tageszeitung. In Anlehnung an Homers Irrfahrten des Helden Odysseus lässt der irische Schriftsteller in 18 Episoden die Leser an den (Irr)Gängen seines Antihelden durch Dublin teilhaben. Dabei schildert Joyce nicht nur äußere Geschehnisse, sondern die Gedanken seiner Protagonisten, ihre Assoziationen, Erinnerungen, Vorstellungen. Sprache wird im Buch also als Bewusstseinsstrom („Stream of Consciousness“) verwendet, wie es der Person durch den Kopf geht. Das vollständige Werk erschien erstmals 1922, auf Deutsch 1927. Übrigens gibt es auch einen Salzburg-Bezug: Im Sommer 1928 verbrachte James Joyce fünf Wochen in der Mozartstadt, traf Festspielkünstler und den Schriftsteller Stefan Zweig.

Von folgenden Komponisten sind am Bloomsday 2020 Musikstücke zu hören: Marco Döttlinger, Agustín Castilla-Ávila, Julia Deppert–Lang, Reinhard Febel, Gunnar Berg und Per Dybro Sørensen. Die Kompositionen beschäftigen sich mit den Kapiteln 3 bis 18 des Romans von James Joyce.

Die Interpreten sind das GUNNAR BERG ENSEMBLE SALZBURG:  
Alexandra Lambert-Raschké (Sopran), Yvonne Zehner (Gitarre), Ahran Kim (Flöte) und Kaori Yamagami (Violoncello). Das Ensemble besteht aus variabler Besetzung und wurde 2008 von Klaus Ager und Yvonne Zehner von Salzburg aus in Kooperation mit der Gunnar-Berg-Stiftung in Kopenhagen gegründet.

Vortrag: Zwischen den Stücken spricht der österreichische Autor, Regisseur und Joyce-Kenner Kurt Palm über den „Ulysses“.