Kurt Wölflingseder

Stickstoff, Sauerstoff und Helium: Literatur geht in die Luft

Sa, 04.10.1997, 20 Uhr

Genre: Finissage & Lesung

Veranstalter: erostepost

Eintritt: frei

Der Abschluß der Ausstellung von eros bis pest ist für erostepost Anlaß, einiges in die Luft gehen zu lassen. Ab 18.30 Uhr sind anonyme und arrivierte Autoren sowie Texter aller Richtungen eingeladen, sich mit einem ihrer Werke (max. ein A4-Blatt) im Literaturhaus einzufinden, wo die erostepost dafür sorgen wird, daß die Literatur mit Hilfe von mit Helium gefüllten Ballons in die Luft geht und dem zufälligen Leser gesendet wird. Um 20 Uhr liest dann der Salzburger Schriftsteller Kurt Wölflingseder aus seinen parallel zur 10jährigen erostepost-Arbeit entstandenen Luft- und Fluggeschichten. Im Himalaya ist die Luft stellenweise so dünn, daß geübte Augen durchblicken können bis ins Universum. Ich war in dieses Gebirge gereist, um bei einem tibetischen Mönch Sehunterricht zu nehmen, konnte für Augenblicke sehen, wo Luft war und wo nicht. In den Ebenen von Varanasi, wo große Ansammlungen von Molekülen schnelle Bewegungen vollführen, kann jeder die Luft flimmern sehen. In Höhen von mehr als 6000 Metern bewegen sich wenige Moleküle langsam, und ein Mensch muß zuvor blind gewesen sein, um sie sehen zu können. aus: Augenflimmern, erostepost Nr. 7 Kurt Wölflingseder, am 16. Feber 1962 im Luftzeichen Wassermann geboren, ist im Fluge seiner 10jährigen Tätigkeit bei erostepost und im Laufe seiner 3jährigen Berufsausübung als Sonderschullehrer schließlich im Umgange mit seiner inzwischen 6monatigen Tochter Selina (siehe Foto) wieder auf der Erde gelandet.