Anja Golob , Sandra Gugic , Klaus Merz , Albert Ostermaier

Poesie Nacht 2019

Mi, 29.05.2019, 19.30 Uhr

Genre: Lyrik-Fest: Lesungen & Musik

Veranstalter: Verein Literaturhaus

Eintritt: € 12/10/8

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Welche Chance hat ein Gedicht in durchtechnisierten Zeiten zwischen Twitterfetzen und Werbeslogans? Welche Wirklichkeiten schafft Literatur in einer Gegenwart, die Sprache auf oberflächliche Kommunikation und niederschwellige Information reduzieren will? In der Poesie- Nacht zeigen Gedichte geistreich ihr Können, entfalten lustvoll ihre Kraft und beweisen sensibel, wie unterhaltend Lyrik sein kann! 2019 wurden vier hervorragende Dichterinnen und Dichter ins Literaturhaus eingeladen: aus Deutschland, Slowenien, Österreich und der Schweiz. Moderation: Ines Schütz, Anton Thuswaldner, Alexandra Kriechhammer und Tomas Friedmann. Musik: Classic Rocks.

Gedichte von hin- und mitreißender Vitalität vereint die Slowenin Anja Golob in ihrem Band „Anweisungen zum Atmen“ (Edition Korrespondenzen, 2018, übersetzt von Urška P. Černe und Uljana Wolf). Ein donnernd-tänzelnder, ein glühend-pochender Rhythmus durchbebt dieses Buch, ein Rhythmus, der uns an die unbedingte Gegenwart des Körpers erinnert: auf Reisen, im Aufbruch, im Lieben, im Verlassensein. Die 1976 in Slovenj Gradec geborene Autorin und Übersetzerin lebt in Ljubljana und ist wohl derzeit die prägnanteste poetische Stimme Sloweniens.

In ihrem Lyrikdebüt „protokolle der gegenwart“ (Verlagshaus Berlin, 2019, mit Illustrationen von Oliver Hummel) bricht Sandra Gugić die Oberflächen der Alltagssprache auf und verwebt alle denkbaren Diskurse der Gegenwart: Flucht, Gender, Heimat, Computerspiele, Nahrungsmittelverpackungen. Die 1976 in Wien geborene Autorin lebt in Berlin, schreibt Hörspiele und fürs Theater, arbeitet u.a. bei der Autor*innen-Allianz nazisundgoldmund.net (Blog) und fiel 2015 mit ihrem Roman „Astronauten“ auf.

Der Schweizer Klaus Merz erzählt in seinem neuen Buch „firma. Prosa Gedichte“ (Haymon, 2019, mit Zeichnungen von Heinz Egger) die Geschichte des Lebens als Geschichte einer Firma: vom Prager Frühling über den Mauerfall bis zur Finanzkrise und der Fußballweltmeisterschaft. Die Umbrüche der Zeit spiegeln sich ebenso wider wie die menschlichen Alltagstragödien. Alles klingt vertraut – und führt doch hoch „Über den Zaun hinaus“. Der 1945 in Aarau geborene und in Unterkulm lebende Autor wurde für sein umfangreiches Werk hoch ausgezeichnet, z.B. mit dem Friedrich-Hölderlin-Preis.

Albert Ostermaier ist ein „Virtuose in der Sprache der Liebe“. In seinem neuen Band „Über die Lippen“ (Suhrkamp, 2019) greift der bekannte Schriftsteller auf das Liebes-ABC von Roland Barthes zurück und beschwört das Abenteuer des Unbeschreiblichen. Seine Liebenden sind Leidende und Fliehende, hinreißend Hingerissene, Hoffende und Trauernde, die nicht aufgeben und sich wieder ins Leben stürzen, wo andere ums Leben kommen. Der 1967 in München geborene Autor schreibt Theaterstücke, Hörspiele, Romane und Gedichte, tritt mit Musikern und als Fußballtormann auf und erhielt 2003 den Kleist-Preis.

Live-Musik vom Crossover- Streichquartett Classic Rocks: mit Zoltan Laluska und Jelica Injac (Violine), Vladimir Markovic (Viola) und Izabella Egri (Cello).