György Dragomán

Löwenchor

Mo, 08.04.2019, 19.30 Uhr

Genre: Lesung (ungarisch/dt.) & Gespräch

Veranstalter: prolit

Eintritt: € 8/6/4

© Ekko von Schwichow

„Wenn ich singe, friere ich nie, und auch die, die mir zuhören, frieren nicht.“

Musik, die uns in die Atmosphäre einer anderen Zeit versetzt, Musik als Leidenschaft, Wunschtraum und Fluch, als Medium der Magie, als Katalysatorin des Erinnerns und als Auslöserin von Katastrophen – all diese Motive wandern durch die zwanzig Novellen, aus denen der ungarische Autor György Dragomán seinen Löwenchor zusammengestellt hat. Da ist der Heavy-Metal-Fan, der Judas Priest bis Katowice nachreist; da ist die alte Dame, die in der dunklen Provinz Rumäniens einen kaputten Fernseher in Gang bringt, um beim Wiener Neujahrsball dabei zu sein. Eine Jazzsängerin muss Glück und Qual einer Musikerexistenz durchstehen, ein kleiner Geiger den Drill überleben, dem er unterworfen wird. Macht Musik glücklich? Befeuert sie Liebe und Revolte? Nützt sie der Gewalt?

Die Figuren dieser Novellen, ihre Träume und Taten, konfrontieren uns mit Fragen. Und sie lassen uns zuhören – dem unvergleichlichen Tonfall von Dragománs Prosa.

György Dragomán, geboren 1973 in Siebenbürgen, übersiedelte 1988 nach Ungarn. Seine Romane „Der weiße König“ und „Der Scheiterhaufen“ waren große internationale Erfolge. „Löwenchor“ ist in der Übersetzung von Timea Tanko im Suhrkamp Verlag erschienen.