Theodor Kramer: O Österreich

Fr, 01.03.2019, 19.30 Uhr

Genre: Film, Schauspieler-Lesung & Gespräch

Veranstalter: Verein Literaturhaus, Theodor Kramer Gesellschaft

Eintritt: € 12/10/8 (Film frei)

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„Nicht fürs Süße, nur fürs Scharfe und fürs Bittre bin ich da; schlagt, ihr Leute, nicht die Harfe, spiel die Ziehharmonika.“

Er schrieb rund 12.000 Gedichte, von denen ein Sechstel veröffentlicht sind, war in den 1930er Jahren erfolgreich und viel beachtet – doch als Jude und Sozialdemokrat musste der bedrohte Dichter Theodor Kramer nach dem „Anschluss“ Österreichs an Nazi-Deutschland fliehen. 
Von der Emigration in London blieben Einsamkeit und Depressionen, bis er 1957 wieder nach Wien kam, wo er unglücklich ein Jahr später starb – als einer jener Außenseiter, denen er in seiner liedhaft-kraftvollen Lyrik eine Stimme gab.

Dieser Abend ist eine Hommage an den vergessenen österreichischen Dichter Theodor Kramer – und eine Präsentation der neuen Anthologie „Ausgewählte Gedichte“ (Theodor Kramer Gesellschaft, 2018). Die Schauspielerin Julia Gschnitzer liest aus dem Band, der Bekanntes und weniger Bekanntes vereint. Die Autorin Margret Kreidl kommentiert die Poesie und spricht mit den beiden Herausgebern Karl Müller und Peter Roessler. Außerdem zeigt Brita Steinwendtner ihr 30-minütiges Kramer-Filmporträt „ ... für die, die ohne Stimme sind“ (ORF Salzburg, 1999).

Theodor Kramer, geboren 1897 in Niederhollabrunn, gestorben 1958 in Wien, war einer „der größten Dichter der jüngeren Generation“ (Thomas Mann), bevor ihn die britische Emigration in Vergessenheit geraten ließ. Zahlreiche Bücher und Vertonungen zeugen von seiner Bedeutung. In Wien wurde 1983 eine Straße nach ihm benannt, und die Theodor Kramer Gesellschaft vergibt jährlich den Kramer-Preis für Schreiben im Widerstand und Exil.