Ö1-Hörspiel-Nacht 2019

Fr, 22.02.2019, 19 Uhr

Genre: Die besten ORF-Hörspiele 2018

Veranstalter: ORF/Ö1, Verein Literaturhaus

Eintritt: frei

Zum 26. Mal findet 2019 im RadioKulturhaus in Wien und im Literaturhaus Salzburg die ORF-Hörspielnacht statt – in Wien wieder als „Hörspiel-Gala“. Dabei wird, wie jedes Jahr, das vom Publikum gewählte „Hörspiel des Jahres“ präsentiert. Zudem vergeben Kritiker österreichischer Tageszeitungen den Preis für das „künstlerisch ansprechendste und anspruchsvollste Hörspiel“. Beide Sieger stehen erst kurz vor der Hörspielnacht fest und werden in Salzburg zeitgleich mit Wien bekannt gegeben!

Für die diesjährige Salzburger Hörspiel-Nacht – ­moderiert von Karin Buttenhauser (ORF Salzburg) und Tomas Friedmann (Literaturhaus) – wurden vier Hörspiel-Produktionen aus dem vergangenen Jahr ausgewählt:

DER ARME SPIELMANN ist ein 50-minütiges Hörspiel in der Regie von Peter Kaizar nach der gleichnamigen Novelle des Österreichers Franz Grillparzer (1791-1872) über Liebe und Musik. Bei einem Kirchweihfest in der Brigittenau wird der Erzähler der Geschichte auf Jakob, einen Geiger, aufmerksam und erfährt seine tragische Lebensgeschichte. Die Musik, das Geigenspiel ist für Jakob Herausforderung, Zuflucht und Trost. Als er, Sohn eines strengen und ehrgeizigen Vaters, bei einer Prüfung versagt, wird er von der Familie entfernt – und verliebt sich wenig später in Barbara. Die Erbschaft des Vaters eröffnet beiden eine gemeinsame Zukunft, doch Jakob wird um sein Vermögen betrogen. Barbara heiratet einen Fleischer. Jakob bleibt mit seiner Geige verarmt und vereinsamt zurück. Eine Überschwemmung verwüstet die Stadt und wird auch für den Spielmann schicksalshaft.

ICH SAGE ES HIER AUF TONBAND, DAMIT ALLE MICH HÖREN KÖNNEN sind Erzählungen von Frauen als Hörspielcollage (Regie: Franziska Dorau, 56 Minuten). Inspiriert von der berühmten Interviewsammlung Maxie Wanders (1977), hat die österreichische Autorin Nadine Kegele 40 Jahre später eine Befragung durchgeführt und als Buch veröffentlicht. Frauen zwischen 16 und 92 Jahren erzählen ungeschönt aus ihrem Leben, von ihren Ängsten und Sorgen, von falschen, richtigen und notwendigen Entscheidungen und davon, was es braucht, um glücklich zu sein.

WEIL IMMER DAS MEER VOR DER LIEBE IST heißt eine 55-Minuten-Hörspiel-Elegie für und nach Hertha Kräftner. Die junge Frau wächst hinein ins literarische Trümmerfeld der Nachkriegszeit, weigert sich aber, diese „Situation in Europa“ zu beschreiben; sie vertraut allein ihren Seelenbildern. Unter dem Aspekt „Es ist alles Augenblick“ verdichtet Regisseur Stefan Weber auf Basis des Theaterstücks von Jürg Amann die Texte der Autorin zu einem sprachmusikalischen Monolog der letzten Stunde, den die 23-Jährige mit ihrem Freitod beschließt.

WENDY PFERD TOD MEXIKO ist ein Klangcomic von Natascha Gangl, die gemeinsam mit Maja Osojnik und Matilja Schellander auch Regie führte (Musik: Rdeča Raketa, 54 Minuten). Ausgehend vom Textmaterial des gleichnamigen Buchdebüts der österreichischen Dramatikerin, wird Sprache zu Klang und Klang zu Sprache. Aus dem Fragmentarischen wird das Dichte gewebt. Zeitstrukturen werden durch Loops befragt und montiert, gesprochene Sprache verwandelt sich in Melodien, Noise verwandelt sich in bittersüße Rancheras.