Pablo Neruda
Frank Baasner

Der große Gesang

Di, 08.04.1997, 20 Uhr

Genre: Reihe Außenseiter: Feature, Gespräch, Film

Veranstalter: Literaturhaus/ ORF

Eintritt: 50,-/ 30,-

Der chilenische Literaturnobelpreisträger Pablo Neruda war ein durch und durch politischer Mensch: als chilenischer Generalkonsul in Mexiko, als Senator und – vor dem Militärputsch von 1973 – als Botschafter seines Landes in Paris, vor allem aber als Schriftsteller. In seinem „Großen Gesang“ (dt. 1953) beschreibt er, wie Dichtung sein soll: „Verwüstet von der Mühe der Hände wie von einer Säure von Schweiß und von Rauch durchdrungen …“. Nach dem Hörfeature „Die Wiederentdeckung Lateinamerikas“ (ORF 1993, 44 Minuten) von Klaus Ther und Robert Weichinger folgt ein Gespräch mit Dr. Frank Baasner, Gastprofessor für Hispanistik an der Universität Salzburg. Bereits um 18 Uhr wird der Spielfilm „Il postino“ (105 Minuten) im italienischen Original mit englischem Untertitel gezeigt. Der populäre Kinofilm mit Philippe Noiret als Pablo Neruda und Massimo Troisi als Briefträger Mario ist nach dem Hörspiel/Buch „Brennende Geduld“ des chilenischen Autors Antonio Skarmeta gedreht. Auf Wunsch wird das Video um 21.30 Uhr wiederholt. Pablo Neruda, geboren am 12. Juli 1904 in Parral, gestorben am 23. September 1973 in Santiago de Chile. Den gewaltsamen Sturz Allendes und den Militärputsch in Chile überlebte er somit nur 12 Tage. Nerudas Lyrik zeichnet sich durch eine bilderreiche, oft dunkle Sprache und eine surrealistische Gestaltungsweise aus. 1969 wird Neruda zum Präsidentschaftskandidaten der KP aufgestellt, verzichtet aber zugunsten von Salvador Allende. 1971 erhält er den Nobelpreis für Literatur. Veröffentlichungen: „Seefahrt und Rückkehr“ (1959), „Die Hände des Tages“ (1968), „Das entflammte Schwert“ (1970) u. a.