Josef Winkler

Laß dich heimgeigen, Vater, oder Den Tod ins Herz mir schreibe

Mo, 01.10.2018, 19.30 Uhr

Genre: Lesung & Gespräch

Veranstalter: Verein Literaturhaus

Eintritt: € 10/8/6

© Jerry Bauer

„Mit seinem fulminanten Sprachfuror befreit sich Josef Winkler in seinem neuen Roman von einer traumatisierenden Erinnerung.“ (NZZ)

Erst vor wenigen Jahren hat der österreichische Schriftsteller erfahren, dass sein Kärntner Landsmann Odilo Globocnik, der sich als Leiter der „Aktion Reinhardt“ mit den Worten „Zwei Millionen ham‘ ma erledigt“ des Massenmords an den Juden gerühmt hatte, nach seinem Zyankali-Freitod im Mai 1945 auf einem Gemeinschaftsfeld von Winklers Heimatdorf Kamering verscharrt wurde – in den „Sautratten“, wo Winklers Vater und Großvater ihr Getreide anbauten.

In einem bösen Wortmarathon exhumiert Josef Winkler das Skelett des SS-Massenmörders – und mit dem Skelett die Geschichte Kamerings nach dem Krieg. Ausgrabung und die neuerliche Visitation des vielleicht meistbeschriebenen Dorfs der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur ergeben: Der Boden, auf dem Kamering steht, ist vergiftet. In seinem neuen Buch „Laß dich heimgeigen, Vater, oder Den Tod ins Herz mir schreibe“ (Suhrkamp Verlag, 2018) legt Winkler den Finger in die Wunde eines Jahrzehnts während kollektiven Verschweigens. Moderation: Manfred Mittermayer.

Josef Winkler, geboren 1953 in Kamering bei Paternion in Kärnten, lebt in Klagenfurt. Für seine in zahlreiche Sprachen übersetzen Bücher wurde der Autor vielfach ausgezeichnet, 2008 erhielt er den Georg-Büchner-Preis. Mediales Aufsehen erregte der politisch engagierte Autor im April 2018 anlässlich der 500-Jahr-Feier der Stadt Klagenfurt mit einer kritischen Rede – u.a. über das Fehlen einer Stadtbibliothek, den Niedergang der Hypo Alpe Adria und den ehemaligen Landeshauptmann Jörg Haider – , die ihm eine Klagsdrohung der FPÖ einbrachte.

Online Kartenverkauf