Zsuzsanna Gahse , Anja Golob , Serhij Zhadan
Sobaki ve Kosmosi

30 Jahre „prolit“ – das wird ein Fest!

Fr, 28.09.2018, 19.30 Uhr

Genre: Fest mit Lesungen und Musik

Veranstalter: prolit

Eintritt: frei

Sobaki ve Kosmosi

Seit 30 Jahren folgt der Verein prolit dem Anspruch, Literatur zu entdecken, zu vermitteln und Publikum dafür zu begeistern. In Lesungen und Gesprächen mit AutorInnen schaffen wir den Raum für eine Begegnung mit den Möglichkeiten, den Besonderheiten und der Schönheit literarischer Texte. 

Die 30 Jahre unserer Tätigkeit wollen wir nun feiern, und wir tun das mit Lesungen großartiger Autorinnen und Autoren, die zeigen, wie vielfältig die Formen sein können, in denen die Literatur von der Welt erzählt. 

Danach entführt die ukrainische Band „Sobaki ve Kosmosi“ uns mit ihrer Musik bis ins Weltall, und ein syrisches Buffet bietet nicht nur Stärkung, sondern auch subtilen Geschmack. Das alles wird ein Fest. 

Zsuzsanna Gahse lässt in ihrem neuesten, zwischen Prosa und Lyrik oszillierenden Buch „Siebenundsiebzig Geschwister“ auftreten, die in ­unterschiedlichsten Stimm- und Tonlagen miteinander reden oder auch aneinander vorbei. Mit ihren minutiös gebauten Erzählzellen und literarischen Echos zeichnet Gahse ein faszinierend flirrendes Bild von Beziehungen, von Verwandtschaften und nicht zuletzt von unserer selt­samen Welt.

 

Anja Golob bringt neueste Gedichte mit zu unserem Fest. In ihrer Lyrik schafft sie heterogene Sprach- und Bildwelten zwischen Konkretheit und Schwebezuständen. Jedes ihrer Gedichte erscheint als Resonanzraum, in dem das Alltägliche und das Erhabene, das Versehrte und das Schöne, das Gewesene und das noch nicht Gewordene sich zusammentun. Anja Golob selbst lesen zu hören, ist ein Erlebnis voller Intensität. 

Serhij Zhadans neuer Roman „Internat“ führt in den Osten der Ukraine und in den Krieg im Donbass. In Bildern von enormer Eindringlichkeit schildert Zhadan, wie sich die vertraute Umgebung in ein unheimliches Territorium verwandelt. Mindestens so eindrucksvoll ist seine Kunst, von trotzigen Menschen zu erzählen, die der Angst und Zerstörung Selbstbehauptung und Verantwortung entgegensetzen.

Zsuzsanna Gahse, geb. 1946 in Budapest, lebt als Autorin und Übersetzerin aus dem Ungarischen in Müllheim (Schweiz). Für ihr Werk von mehr als 20 Buchver­öffentlichungen wurde sie vielfach ­aus­gezeichnet. „Siebenundsiebzig Geschwister“ ist in der Edition ­Korrespondenzen erschienen.

Anja Golob, geb. 1976 in Slovenj Gradec, Slowenien, studierte Philosophie und Vergleichende Literaturwissenschaft. Theaterkritikerin, Schriftstellerin, ­Übersetzerin und Tanzdramaturgin.
Auf Deutsch erhältlich ist der Gedichtband „ab und zu neigungen“, übersetzt von Urška P. Černe und Uljana Wolf.

Serhij Zhadan, geb. 1974 in Starobilsk/ Ostukraine, zählt zu den markantesten literarischen Stimmen seiner Generation, war Aktivist der Orangen Revolution und des Maidan. Er lebt in Charkiv als freier Autor und Musiker. „Internat“ ist in der Übersetzung von Sabine Stöhr und Juri Durkot im Suhrkamp Verlag erschienen.

Mit seiner Band „Sobaki ve Kosmosi“ (Hunde im Weltall) erleben wir Serhij Zhadan auch als Musiker, Sänger und Songwriter.  Die Musik der „Hunde“ verbindet sozialkritische Lieder und harten Gitarrensound mit Ska und Reggae politischer Emigranten aus Jamaika sowie Elementen der ukrainischen Volksmusik. Ein musikalisches Amalgam vom Feinsten.