Ulrich Brand

Imperiale Lebensweise

Mi, 20.06.2018, 19 Uhr / Unipark Nonntal, Erzabt-Klotz-Straße 1

Genre: Vortrag und Diskussion

Veranstalter: prolit, Südwind, Aufbruch Salzburg

Eintritt: frei

Ein Paradoxon steht am Beginn des von Ulrich Brand und Markus Wissen verfassten Buchs „Imperiale Lebensweise“: Obwohl das gesellschaftliche Bewusstsein um den Zusammenhang zwischen (mittlerweile globalisierter) „westlicher“ Lebensweise und gegenwärtigen Krisen (vom Klimawandel und der Vernichtung von Ökosystemen bis zu weltweiter Ungleichverteilung, sozialer Polarisierung und ­Kriegen) gestiegen ist, orientieren sich Politik und Wirtschaft weiterhin an den Prinzipien der kapitalistischen Wachstumslogik und bleiben Produktionsnormen ebenso unverändert wie unsere Konsumgewohnheiten. Die „imperiale Lebensweise“, die auf Ausbeutung der Ressourcen von Natur und Arbeitskraft andernorts beruht, ist Alltagspraxis geworden, sie erscheint uns als „natürlich“.

Das Buch bietet eine grundlegende analytische Zusammenschau der Ursachen, der vielfältigen Aspekte und der Widersprüche „imperialer Lebensweisen“, es beleuchtet ihre zerstörerischen Dynamiken und legt eindringlich dar, dass es umfassende sozial-ökologische Transformationen braucht, um Perspektiven einer „solidarischen Lebensweise“ lebbar werden zu lassen.

Ulrich Brand ist Professor für Internationale Politik an der Universität Wien. Er arbeitet zu Fragen der kapitalistischen Globalisierung, zu internationaler Ressourcen- und Umweltpolitik sowie zu Lateinamerika. Das Buch „Imperiale Lebensweise. Zur Ausbeutung von Mensch und Natur in Zeiten des globalen Kapitalismus“ ist 2017 im oekom Verlag erschienen.