Catalin Dorian Florescu

Zwischen Krise & Sinn

Mo, 11.06.2018, 19.30 Uhr / Europa der Muttersprachen

Genre: Lesung & Gespräch mit Petra Nagenkögel

Veranstalter: prolit, Verein Literaturhaus

Eintritt: € 10/8/6

© Sabine Rock

Wir leben in einer hybriden Zeit, die zwar umfassende
Information und unablässige Kommunikation gewährleistet, das Individuum aber mit Gefühlen von Vereinzelung allein lässt. Nach dem Scheitern politischer Utopien sehnen wir uns umso mehr nach einem sinnhaften Leben, das aber zunehmend außer Blickweite gerät. Dagegen setzt Catalin Dorian Florescu in seinem jüngsten Essayband „Die Freiheit ist möglich. Über Verantwortung, Lebenssinn und Glück in unserer Zeit“ (Residenz Verlag, 2018) das Bild eines kreativen, beziehungsfähigen Menschen. Im Gespräch erläutert der Autor, wie das ­Individuum die Aufmerksamkeitskrise unserer Zeit überwinden kann, und er­­­zählt, warum er keine Heimat, aber zwei Zuhause hat.

Vor der Diskussion stellt der Autor seinen jüngsten Roman „Der Mann, der das Glück bringt“ (2016) sowie seinen ersten Erzählband „Der Nabel der Welt“ (2017) vor, beide im Verlag C.H. Beck erschienen. Auch im tragikomischen Roman, der von 1899 bis in die Gegenwart reicht und von Vertreibungen und Flucht handelt, thematisiert Florescu die Fähigkeit des Menschen, zu überleben und allen Widrigkeiten zum Trotz zu lieben. Und in den neun realistisch-magischen Geschichten – eine „literarische Enzyklopädie des Ein- und Auswanderns“ (NZZ) – wird von einer Welt in Bewegung erzählt: zwischen Ost und West, zwischen Nord und Süd.

Catalin Dorian Florescu, geboren 1967 in Timișoara/Rumänien, floh 1982 mit seinen Eltern in den Westen und lebt als Psychotherapeut und Schriftsteller in Zürich. Für seine Romane wurde er mehrfach ausgezeichnet.