Ursula Schneider , Annette Steinsiek

Christine Busta:  Schuld in der Lyrik nach 1945

Do, 11.01.2018, 10.30

Genre: Literaturfrühstück

Veranstalter: Literaturforum Leselampe

Eintritt: € 6/4

© Adolf Waschel, Brenner Archiv

„Die Hälfte des Lebens lachten die Pfauen zu Scherben / in den ­Mittagsgärten Schönbrunns, / wo wir den eklen Kadaver / unserer Schuld aus den Trümmern scharrten“ – so beginnt das Gedicht „1945“ von Christine Busta, das 1956 veröffentlicht wurde. Wer ist das „Wir“, das hier spricht? Ist das Gedicht biographisch? Gerade im religiösen Zusammenhang (den es auch im Gedicht „1945“ gibt) ist Bustas Lyrik als allgemein-gültig im Hinblick auf menschliche Wahrnehmung und Werte gelesen worden. Wir wollen sie neu lesen, vor dem Hintergrund, den uns die Dichterin selbst hinterlassen hat: ihrem Nachlass, aus dem ersichtlich wird, dass sie persönliche Schuld im Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus kannte. Ändert sich die Wirkung der Gedichte, wenn die Leserin, der Leser das weiß? 

Annette Steinsiek und Ursula Schneider sind Literaturwissenschafterinnen am Forschungsinstitut Brenner-Archiv der Universität Innsbruck, wo sie u.a. über die österreichische Literatur der Nachkriegszeit und über Probleme der Biographieschreibung forschen und als Archivarinnen den umfangreichen Nachlass von Christine Busta betreuen. Sie haben u.a. von Christine Busta (mit-) herausgegeben: „Erfreuliche Bilanz. Gedichte im Wiener Dialekt“ (Otto Müller 2013) und „BustaSearch. Internet-Plattform zu Lyrik, Prosa, Essays und Briefen von Christine Busta.“ Beim Literaturfrühstück – wie immer bei Kaffee und Kipferl, so lange der Vorrat reicht – geben Annette Steinsiek und Ursula Schneider Einblicke in das Werk Christine Bustas.