Serij Zhadan

Warum ich nicht im Netz bin

Di, 07.11.2017, 19.30

Genre: Lesung & Gespräch (ukrainisch/deutsch)

Veranstalter: Verein Literaturhaus

Eintritt: € 10/8/6

© Rafa Komorowski

Serhij Zhadan ist einer der wichtigsten ukrainischen Gegenwartsautoren. Da er beim Ukraine-Festival im Frühjahr 2017 wegen eines USA-Aufenthalts nicht nach Salzburg kommen konnte, widmet ihm das Literaturhaus nun einen eigenen Abend. Der Schriftsteller liest Gedichte und Prosa aus seinem Buch „Warum ich nicht im Netz bin“ (Suhrkamp 2016, übersetzt von Claudia Dathe) sowie aus dem neuen Roman „Internat“, der am 9. November in Czernowitz vorgestellt wird. Moderation und Übersetzung: Mariya Donska. Deutsche Lesung: Peter Arp.

„Schlimm ist es zu sehen, wie Geschichte entsteht.“ Seit Sommer 2014 notiert Serhij Zhadan, was ihm auf seinen Reisen ins ost­ukrainische Kriegsgebiet widerfährt. Es sind lyrische Momentaufnahmen, die im Band „Warum ich nicht im Netz bin“ das Essentielle jäh aufscheinen lassen, Kürzestgeschichten über Menschen, die plötzlich auf zwei verfeindeten Seiten stehen oder nicht mehr wissen, wo sie hingehören und was aus ihnen werden soll. Und auch im neuen Buch „Internat“ schildert der Autor das Leben der Zivilbevölkerung des Donbass, die in den ukrainisch-russischen Krieg gezogen wurden. Der Roman beschreibt das Umherirren der Menschen, die ihr Zuhause verlassen müssen, um ihr Leben zu retten.

Serhij Zhadan, geboren am 23. August 1974 im Gebiet Luhansk/Ostukraine, studierte Germanistik, promovierte über den ukrainischen Futurismus und gehört seit 1991 zu den prägenden Figuren der jungen Szene in Charkiw, wo er lebt.
Er debütierte als 17-Jähriger und publizierte 12 Gedichtbände und 7 Prosawerke. Für „Die Er ndung des Jazz im Donbass“ wurde er mehrfach ausgezeichnet, die BBC kürte das Werk zum „Buch des Jahrzehnts“.