Ken Bugul

Riwan oder der Sandweg

Mi, 08.11.2017, 20.00

Genre: Film (18:30), Lesung & Gespräch (franz./deut.)

Veranstalter: prolit, Südwind, Losito, AAI

Eintritt: frei

Ken Bugul gilt als eine der wichtigsten und originellsten Schriftstellerinnen Westafrikas – eine zweifelnde und zugleich provokante und radikale Stimme, die in ihrem Schreiben mit Mut zu eigenständigen Positionen gesellschaftlich brisante Themen verhandelt. 

Im nun erstmals auf Deutsch erschienenen, mit dem Prix Littéraire de l‘Afrique Noir ausgezeichneten Roman „Riwan oder der Sandweg“ (Verlag AfricAvenir, übersetzt von Jutta Himmelreich) lässt Ken Bugul ihre Ich-Erzählerin nach einem Studium in Belgien in ihr senegalesisches Dorf zurückkehren, wo sie zur 28. Frau des Serigne, des spirituellen Führers des Dorfes, wird. In ihrer besonderen Position als intellektuelle, mit der westlichen Kultur vertraute Frau versucht sie die Gratwanderung eines Lebens zwischen Tradition und westlicher Moderne. Wie beiläufig werden anhand ihrer Geschichte die ambivalenten Aspekte von Polygamie, hybriden kulturellen Identitäten sowie jenen der Geschlechter erkundet.

Bereits um 18.30 Uhr, also vor der Lesung, zeigen wir den Film „Ken Bugul – niemand will sie“ (Regie: Sabine Voser, 62 min.), der ihre Biografie nachzeichnet und dabei die Beziehungen zwischen Afrika und Europa reflektiert.

Mariétou Mbaye alias Ken Bugul (ein selbstgewähltes Pseudonym), geboren 1947 in einem isolierten Dorf im Senegal, damals noch französische Kolonie; als erstes Mädchen der Familie geht sie zur Schule, 1971 erhält sie ein Stipendium zum Studium in Belgien. In Europa entdeckt sie neue Ideologien und Freiheitsideen, die moderne Kunst, aber auch Drogen und Prostitution. Als 30-Jährige kommt sie in den Senegal zurück, seit 1986 arbeitete sie in über 30 afrikanischen Ländern für internationale Organisationen zu den Themen Familienplanung und Frauenrechte. Sie ver- öffentlichte bisher zehn Romane, zwei davon sind in deutscher Übersetzung erhältlich.